Mai/Juni 2018: Brutbericht über die Möweninsel im Sibbersdorfer See

Die einen halben Hektar messende Insel zeigte bereits zur Zeit der jährlichen Pflegemaßnahme im Frühjahr 2018 erhebliche Uferabbrüche, die auf winterliche Hochwasser- und Eisgang-Einflüsse zurückzuführen sind. Dessen ungeachtet konnte die Vogelwelt in diesem Jahr witterungsbedingt erst nach dem 24. März die Insel "beziehen". ZUM BERICHT

Vogelkunde - Von Enten, die auf Bäumen brüten

Vogelkunde - Von Enten, die auf Bäumen brüten

Die im zweiten Brutvogelatlas für Schleswig-Holstein dokumentierte Zunahme an heimischen Brutvögeln der Schellente hängt in erster Linie von der Tätigkeit aktiver Naturschützer ab, die in öffentlichen Bereichen zahlreiche Nistkästen für diese Vogelart aufgehängt haben, ergänzt durch eine unbekannte Anzahl von Nisthilfen auf privatem Gelände. Das landesweite Vorkommen von ungefähr 700 Paaren hat seinen Schwerpunkt auf der ostholsteinischen Seenplatte und besonders im Kreis Plön.

Eine weitere Auffälligkeit der Schellente findet sich in ihrem Brutverhalten. Die zunächst durch keinen Eintrag an Nistmaterial veränderte Bruthöhle weist in der Regel sechs bis elf blaugrüne Eier auf, die im Laufe der Zeit zunehmend von zahlreichen Dunenfedern gewärmt werden. In der Literatur finden sich Berichte von bis zu 40 Eiern in einem Gelege, die ganz sicher nicht von einem Weibchen allein gelegt werden konnten. Zwar wird in diesem Zusammenhang auch ihr Alter in Betracht gezogen, aber Mehrfach- oder Doppelgelege können auch das Ergebnis eines Brutschmarotzers sein, eines Verhaltens, wie wir es vom Kuckuck her kennen. Einzelne Schellentenweibchen neigen offenbar dazu, lieber ihre Eier in ein bekanntes Nest einer Geschlechtsgenossin zu legen als diese selber zu erbrüten.

Nun ist die luftige Bruthöhe von nicht unbedingter Sicherheit geprägt, hat doch der Marder ein leichtes Spiel, in die Bruthöhle einzudringen; denn die auf dem Gelege sitzende Ente hat diesem Feind nichts außer einem Zischen entgegenzusetzen. So ergeht auch an alle Verantwortlichen für die Betreuung eines Schellentennistkastens die Empfehlung, einen im Handel zu erwerbenden Marderschutz vor dem Einflugloch anzubringen.

Die jungen Enten - auch "pulli" genannt - werden vom führenden Weibchen rufend zum Verlassen der Nisthöhle ermuntert, die dann aus vier bis acht Metern Höhe in die Tiefe purzeln - und dort unbeschadet landen. Vereinzelt werden auch Kamine von der Schellente besetzt, so dass bei entsprechender Beobachtung Vorsorge getroffen werden sollte, wie sie gegen Verstopfung des Abzuges durch nistende Dohlen bekannt ist.

Die Klangfarbe eines "schellenden" Fluggeräusches soll zur Namensgebung unserer Ente beigetragen haben; wer sie oder einen Schof, eine Kette dieser Art, im Vorbeiflug erlebt, wird eher eine "vibrierende Eisdecke" heraushören ( ? ) - nachzulesen in "Die Namen der Vögel" .......... Dort wird auch der vom schwedischen Arzt und Professor Karl von Linne vergebene wissenschaftliche Name der Schellente gedeutet : Der unter Enten vergleichsweise große Kopf führt im Gattungsnamen zu "Ochsenkopf ( Bucephala )" und der Artname "clangula" zum beschriebenen Fluggeräusch.

Im Gegensatz zu anderen Tauchenten besitzt unsere Schellente nur einen kleinen Schnabel und weniger aktive Magenmuskeln, schon gar keine Magensteine, sodass eine Nutzung größerer Wandermuscheln nicht möglich ist. So stehen vorrangig Insekten und deren Larven wie die der Köcherfliege auf ihren Speisezettel, auch Fische und Weichtiere wie Schnecken.

Holger Jürgensen

Fotos ( Michael Walter, Bad Malente ) : ........ und plötzlich watschelt die kleine Familie durch unseren Garten zum Wasser des Sees

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