Fotogalerie (Jan-Mrz 19) Mahd der Möweninsel 2019

 

Hochzufrieden zeigten sich die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe Vogelschutz in Eutin-Bad Malente über den engagierten Einsatz von knapp 30  Naturfreunden, die am Wochenende auf der Möweninsel im Sibbersdorfer See einen Mäheinsatz absolvierten - unter ihnen fünf Kinder.

 

Die "gehörnte" Lerche - Wintergast im Spülsaum der Nordsee

Die "gehörnte" Lerche - Wintergast im Spülsaum der Nordsee

Der Teufelsgruß anlässlich des jährlichen Heavy-Metal-Spektakels im schleswig-holsteinischem Wacken besteht aus zwei gestreckten Fingern - Zeigefinger und kleiner Finger - und wird als "gehörnte Hand" bezeichnet. Wir kennen auch die Redewendungen "jemandem Hörner aufsetzen" oder gar, dass "sich jemand die Hörner abstößt". In der Biologie finden wir bei Bienen, Schlangen, Spinnen, Fischen und in der Pflanzenwelt ebenfalls "gehörnte" Arten.

Berichtet werden soll von einer "gehörnten" Lerche, die ein gelbschwarzes Kopfgefieder und den korrekten Namen "Ohrenlerche" trägt - ihre schwarz gefärbten Erscheinungen als Ohren sind jedoch Federhörnchen. Ihr aus der Antike stammende wissenschaftliche Name "Eremophila alpestris" deutet auf ihren Brutaufenthalt hin und kann mit "Freundin der Einöde" verstanden werden. Das winterliche Beobachtungsziel vieler Hobbyornithologen ist aus vieler Hinsicht die Nordsee und hier - ganz besonders zur Winterzeit - der Spülsaum vergangener Fluten, in denen Sämereien, Krebstiere und Muscheln zu finden sind, die die skandinavisch-russischen Ohrenlerchen als Wintergäste der Meeresküsten, oft vergesellschaftet mit Schneeammern, als Nahrungquelle aufsuchen. In den nordischen Brutgebieten jagt diese Vogelart ähnlich wie die Bachstelze mit eingestreuten, kurzen Beschleunigungen im raschen Lauf am Boden, wobei sie oft wegen des schnellen Laufes mäuseartig wirkt.

Die Ohrenlerche brütet in ihrer nordischen Heimat auf spärlich bewachsenen Flächen mit einer geringen Wuchshöhe der Pflanzendecke, meistens auf sehr trockenem oder steinigem bis felsigem Untergrund. Nordeuropäische Brutvögel ziehen ihre Nachzucht in der felsübersäten Zwergstrauch- und Flechtentundra der Fjällgebiete sowie in trockenen Bereichen der Tundra auf. Die im Winter bei uns meist in Schwärmen auftretende Ohrenlerche wird weltweit mit 42 Unterarten beschrieben, und ihr Hauptverbreitungsgebiet ist Nordamerika.

Eine Unterart ist in den Bergtundren Ostsibiriens und in weiteren Teilen Ostrusslands zu Hause. In Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien, Bulgarien und Rumänien ist inselartig eine weitere Ohrenlerchenart wie auch am Berg Hermon im israelisch-libanesisch-syrischen Grenzgebiet beheimatet - 1993 war uns ein Nachweis leider nicht "vergönnt". In Skandinavien und unter Einschluss Nordwestrusslands - Fennoskandien genannte Gebiete - ,die erst im 19. Jahrhundert von unserem Vogel besiedelt wurden, findet nunmehr wieder ein stetiger Bestandsrückgang statt. Merkwürdigerweise steigt dabei die Zahl unserer schleswig-holsteinischen Überwinterer leicht an, das auf einen Zuwachs nordrussischer Brutvögel zurückgeführt und sicher sehr bald über den Wiederfund beringter Vögel erhärtet werden kann.

Die wissenschaftlich geordnete Familie der Lerchen umfasst weltweit erstaunliche 92 Arten. Dabei handelt es sich um kleine bis mittelgroße Singvögel, von denen einige den bekannt rüttelnden und flatternden Singflug unserer Feldlerche vollziehen, während dessen sie mit hohem Kraftaufwand hoch in die Luft steigen. Alle Lerchen sind Bodenbrüter, wobei ihre Jungen das Nest bereits vor der vollen Flugfähigkeit als sogenannte "Nestflüchter" verlassen. Neben Ohrenlerchen kommen in unserer Heimat die Feld-, die Hauben- sowie die Heidelerche vor.

Zeichnung Dr. Helmut Hülsmann, Kiel : Männliche Ohrenlerche auf Fehmarn

Holger Jürgensen

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