Fotogalerie (Jan-Mrz 19) Mahd der Möweninsel 2019

 

Hochzufrieden zeigten sich die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe Vogelschutz in Eutin-Bad Malente über den engagierten Einsatz von knapp 30  Naturfreunden, die am Wochenende auf der Möweninsel im Sibbersdorfer See einen Mäheinsatz absolvierten - unter ihnen fünf Kinder.

 

Vogelkunde - Der Clown der Meere - der Papageitaucher

Vogelkunde - Der Clown der Meere - der Papageitaucher

Die großartigen schleswig-holsteinischen Brutvogelatlanten sowie der Band 6 mit den seltenen Vogelarten unserer Heimat erwähnen ihn höchstens "am Rande". Und die zugänglichen Avifaunen über unsere Inseln Fehmarn und Sylt behandeln diesen bunten Vogel auch nicht besser - er trägt dabei eine "eigene Schuld".

Da der Papageitaucher sich außerhalb seiner Brutzeit ständig draußen auf dem offenen Meer aufhält, sieht ihn kaum jemand - er lebt pelagisch, er verbringt einen Großteil seines Lebens auf hoher See, er ist eine Pelage. Bis zum Jahr 1830 hat es den "Pinguin der Nordhalbkugel" mit zwei bis drei Brutpaaren auch auf Helgoland gegeben, und gelegentlich tauchen durch Windverdriftung noch vereinzelt Exemplare im Sommer dort auf.

Um gesichert Papageitaucher beobachten zu können, kann der Interessierte in das Land der Elfen und Trolle, nämlich nach Island reisen, wo jährlich drei bis vier Millionen Paare brüten. Das gesamte Erscheinungsbild des Papageitauchers ist recht kompakt; auffällig ist vor allen Dingen der runde und für einen Vogel recht gedrungen wirkende, voluminöse Kopf, der auf einem kurzen Hals sitzt. Auffallend ist auch der bizarrbunte Schnabel und die Hornwulst, die während der Mauser abgeworfen und im Frühjahr neu gebildet wird - man spricht hier sogar von einer Schnabelmauser. Das Auge ist rot umrandet und wird durch eine schwarze Zeichnung darunter, die sich nach hinten verlängert, besonders betont. Diese Vögel zeichnen sich auch durch weit nach hinten angeordnete Beine aus, die ihnen an Land die Möglichkeit des aufrechten Stehens ermöglichen. Ihre Flügel dienen auch ihrer Unterwasserjagd - sie können also auch "unter Wasser fliegen".

Wenn ein Alter von fünf bis sechs Jahren erreicht ist, erfolgt - wie Vieles bei unserem Vogel - auch die Paarbildung auf dem offenen Meer, und er brütet in Niströhren, einem unterirdischen Heim, das sich an steilen Küsten unter einem horizontalen Fels versteckt als natürliche Höhle befindet oder unter einem schütteren Bewuchs von den Vögeln selbst gegraben wurde - sie beziehen bei entsprechender Möglichkeit auch gerne Kaninchenbauten. Papageitaucher werden von Fotografen gerne mit mehreren Sandaalen im Schnabel abgebildet - in der Literatur findet man Angaben von bis zu 61 Sandaalen eines Tauchganges -, die dann nebeneinander im Schnabel hängen und wie andere kleine Schwarmfische aus Sprotten, Heringen und kleinen Dorschfischen durch tiefes Tauchen erbeutet werden. Diese Fische haben eine Länge von zehn bis fünfzehn Zentimetern und dienen seiner Tagesration von meistens einhundert Gramm. Im Winterhalbjahr besteht sein Speiseplan zusätzlich aus Schalentieren, Schnecken und Würmern.

Früher waren Papageitaucher ein wichtiger Nahrungsbestandteil der Menschen auf den Nordatlantik-Inseln; die damaligen Einwohner nutzten die Geschicklichkeit von Alaska-Huskys der nach einem Eskimostamm benannten Rasse "Malamute", die mit beweglichen Schulterblättern sowie einer besonderen Fußkralle die Vögel aus ihren unterirdischen Bau herausholen konnten. Heute ist der Papageitaucher aufgrund seines Aussehens zu einer Art Maskottchen geworden, und seinen lateinischen Artnamen "Fratercula arctica" übersetzt man liebevoll mit "Kleiner Bruder des Nordens". Gefahren für den "Clown des Meeres" bestehen in der hinlänglich diskutierten Überfischung der Meere, im individuellen Bereich durch den Polarfuchs sowie durch Raubmöwen - die den Brutplatz anfliegende Papageitaucher noch in der Luft die Beute abjagen - und in Ortsnähe gehen Katzen ihrem Jagdinstinkt nach.

Holger Jürgensen

Fotos ( Autor ) : Papageitaucher im Mai 2018 auf NO-Island ( Schutzgebiet Hafnarholmi )

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen