Fotogalerie (Jan-Mrz 19) Mahd der Möweninsel 2019

 

Hochzufrieden zeigten sich die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe Vogelschutz in Eutin-Bad Malente über den engagierten Einsatz von knapp 30  Naturfreunden, die am Wochenende auf der Möweninsel im Sibbersdorfer See einen Mäheinsatz absolvierten - unter ihnen fünf Kinder.

 

Vogelkunde Insektenjäger im prachtvollen Federkleid - der Bienenfresser

Vogelkunde Insektenjäger im prachtvollen Federkleid - der Bienenfresser

Der Besitzer eines Eutiner Hotels bat unsere Familie um Vorschläge von Vogelnamen, die statt der bekannten, durchlaufenden Nummerierung an den Türen die Zimmer freundlicher kennzeichnen sollten. Eine Bedingung hatte das Unternehmen : Namen wie Trauerschnäpper, Ziegenmelker, Schlangenadler, Neuntöter oder gar Raubwürger würden keinen großen Beifall erhalten und abgelehnt werden; so nannten wir Amsel, Singdrossel, Buchfink, Star sowie die Rauchschwalbe für das Raucherzimmer. Die Nennung des Bienenfressers - auf Grund seiner besonders bunten Färbung - unterlag ebenfalls einer Ablehnung, eventuell dem Insektensterben unserer Tage gedanklich vorauseilend.

Vogelfreunde können Bienenfresser regelmäßig in den Urlaubsgebieten im Süden Europas beobachten, und diese schwalbenartigen Luftjäger fallen durch ihr geselliges Auftreten sowie durch ihre im Chor weit hörbaren Rufe auf. Es ist zu beobachten, dass sich diese Vogelart auch in Deutschland kontinuierlich ausbreitet - eine Folge des Klimawandels ? Mit dem entfernt verwandten Eisvogel hat der Bienenfresser etwas Gemeinsames : Unter Zurhilfenahme des Schnabels und seiner Krallen werden Brutröhren in sandige oder lehmige Abbruchkanten, Prallhänge, Steilufer von Flüssen, Böschungen oder Kieskuhlen gegraben, die in einer Brutkammer enden. Die meist runden, rein weißen Eier werden ohne eingetragenes Material in den Sand gelegt, im Verlaufe der Brut sind diese und die Jungen später jedoch durch die Speiballenreste der Vögel "eingebettet".

In der Literatur finden wir Mengenangaben dieser meist aus Chitinpanzer bestehenden, hervorgewürgten unverdaulichen Reste der Insektennahrung von bis zu zwei Litern. Die äußerst geselligen Vögel gelten als Nahrungsspezialisten, und sie versammeln sich zur Ausschau nach Beute auf frei ragenden Ästen oder Leitungsdrähten. Bei seiner Jagd fixiert der Vogel das Insekt, packt es im pfeilschnellen Flug und trägt es zu seiner Ansitzwarte zurück. Seine Zielgruppe besteht aus relativ großen Insekten wie Libellen, Heuschrecken und aus Schmetterlingen; der Bienenfresser bevorzugt jedoch die Gruppe der Hautflügler : Seinem Namen entsprechend Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln. Um sich vor dem Gift-Stachel der stechenden Insekten zu schützen, wetzt unser farbenfreudige Vogel den Hinterleib seiner Beute auf der Unterlage seiner Sitzwarte hin und her.

Wissenschaftliche Untersuchungen und Beobachtungen scheinen eine weitgehende Immunität gegenüber den Giften seiner stechenden Speise festgestellt zu haben - man beobachtete zwar nach einem Stich "schmerzhaftes Empfinden, jedoch keine erkennbare Wirkung oder Folgen". Ob Bienenfresser nicht stechende männliche Bienen, die Drohnen, als solche erkennen können, bedarf noch einer Antwort - zumindest gilt als sicher, dass sie auch diese "vorsichtshalber" entgiften und entsprechend bearbeiten.

Holger Jürgensen
ww.vogelschutzeutin-badmalente.de

Foto ( Autor, anl. Ausstellung in Stockholm 2014 )

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