Greifvogelschicksale

Greifvogelschicksale

In den Volieren der Auffangstation für verletzte Vögel der Elisabeth Mierendorff-Stiftung auf dem Gelände des Schießsportzentrums Kasseedorf wird zur Zeit eine Uhu-Dame gesund gepflegt. Sie hatte sich in einem für die Gatterung von Schafen üblichen und mobilen Maschendrahtzaun verfangen, der auch wegen der Gefahr durch Wölfe elektrisch betrieben wurde.

Hilfreiche Vogelfreunde schnitten den bei jedem Stromimpuls zuckende Uhu aus seinen unfreiwilligen Fesseln. Die Fachkräfte der genannten Stiftung hoffen nun, dass der gestresste Vogel nach einer kürzeren oder längeren Beobachtungsphase und Pflege wieder seiner Freiheit übergeben werden kann. Beindruckend sind an diesem Uhu seine kräftigen Waffen, wie man die langen Krallen bei Greifvögeln nennt. Der beringte Vogel erhielt seine Kennzeichnung.

Es stellt sich die Frage, ob dieses Tierleid hätte vermieden werden können. Wir denken, dass dem Schafhalter keinen Vorwurf zu machen ist, da ein Verschulden seinerseits nicht zu erkennen ist. Es sollten jedoch Landwirte und Tierhalter noch einmal an die oft geäußerte Bitte der Jägerschaft erinnert werden, Drahtreste aus alten Umzäunungen zum Schutz der frei lebenden Tierwelt gefährdungsfrei zu entsorgen, da übrigens sonst eine Ordnungswidrigkeit vorliegen würde. Anlässlich des derzeitigen, zahlenmäßig enormen Durchzuges skandinavischer Kraniche erinnern wir uns an das Archiv der Vogelschutzgruppe Eutin-Bad Malente i. L. und finden dort einen ganz anderen als vorweg geschilderten Vorgang, den Tod eines großen Vogels mitzuerleben.

Die beeindruckenden Bilder zeigen einen Seeadler, der in der Küstenregion Mecklenburgs einen ausgewachsenen Kranich schlägt. Es handelt sich bei dem Opfer offensichtlich um ein geschwächtes Tier, das der Adler auch als solches erkannt hat ! Mit einem geübtem Auge ist nämlich zu erkennen, dass die Spitze des Oberschnabels des Kranichs abgebrochen ist, mit der Folge, dass seine Nahrungsaufnahme äußerst eingeschränkt gewesen sein muss und er daher sicherlich sowieso sehr bald einem Hungertod anheim gefallen wäre.

Holger Jürgensen

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