Vogelkunde Vorsicht beim Reinigen von Nistkästen

Vogelkunde     Vorsicht beim Reinigen von Nistkästen

Noch kurz vor der nunmehr anhaltenden Korona-Pandemie hat das "RobertKoch-Institut" in Berlin einen Flyer herausgegeben ( 2019 ), der "Informationen zur Vermeidung einer Hantavirus-Infektion" beinhaltet, dem auch im Vogelschutz tätige Menschen Beachtung schenken sollten.

Wer schon einmal im Spätsommer, wenn der letzte Jungvogel den Nistkasten sicher verlassen hat, diese künstliche Bruthöhle gereinigt hat, dem ist möglicherweise beim Versuch, das Nest zu entfernen, nicht nur ein Vogelfloh entgegengesprungen, sondern eventuell sogar eine lebendige Maus, in der Regel eine zu den Wühlmäusen gehörende Rötelmaus oder aus der Familie der Bilche eine Haselmaus.

Wir wissen, dass nicht nur Vogelarten, Insekten wie Wespen und Hornissen sowie Fledermäuse, sondern auch Nager die Bereitstellung eines Kälteschutzes für ihre Vermehrung oder Überwinterung gerne nutzen. Zunehmend sind diese Kleinsäuger von dem "Hantavirus" befallen, das im aufgewirbeltem und kontaminiertem Staub ihrer Ausscheidungen anlässlich der Reinigungsarbeit über die Atemwege den Menschen infizieren könnte. Das Virus verursacht ein grippe-ähnliches Erscheinungsbild, hohes Fieber und Körperschmerzen, im Extremfall kann akutes Nierenversagen auftreten.

Wirksam schützt man sich mit einem - nunmehr ausreichend bekannten - Mundschutz und durch die Vermeidung von Staubentwicklung. Auch aus diesem Grunde ist aber von einer ängstlichen Vernachlässigung der Reinigungsarbeit abzuraten, da sie für eine nächstjährige Wiederbesetzung und Annahme der Nisthilfe notwendig und von entscheidender Bedeutung ist. Notwendigerweise und sachlich hinzuzufügen bleibt : Hantaviren sind eigentlich weltweit bekannt; der Name leitet sich vom koreanischen Grenzfluss "Hantan" ab, wo in dieser Region Anfang der 1950-er Jahre im Verlaufe des Korea-Krieges mehr als 3.000 Soldaten an einer Hantanvirusinfektion erkrankten.

In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2019 immerhin 460 gemeldete Fälle bekannt. Nicht zu verwechseln ist das genannte Virus mit dem von Stechmücken übertragenen "Usutu-Virus", das bereits 2011/12 zu einem Amsel-Massensterben, vor allen Dingen in Südwestdeutschland, führte. Sein Name wurde nach dem Ort seiner Entdeckung, einem Fluss im südafrikanischen Swasiland, gewählt.

Foto ( Christian Garleff, Hamburg ) : Eine Gelbhalsmaus an der Vogel ( ! ) - Futtersäule

Holger Jürgensen

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