Vogelkunde - Schöpfungsglaube widerlegt ?

Vogelkunde - Schöpfungsglaube widerlegt ?

Er war naturwissenschaftlich noch ein unbeschriebenes Blatt, der 22-jährige Charles Darwin, als er an Bord des britischen Vermessungsschiffes "HMS Beagle" vor nunmehr knapp 200 Jahren ging; es sollte eine 5-jährige Weltreise werden . So ganz viel war seiner Zeit noch nicht von ihm zu erwarten - an einem Medizinstudium gescheitert und nach "durchgestandenem" Theologiestudium war sein Weltbild - der Zeit angepasst - eher konservativ zu nennen.

Er engagierte sich in der Jagd auf Vögel, was ihm bittere Vorwürfe seines Vaters einbrachte - überliefert ist sein Statement : "Niemand hätte mehr Eifer für die heiligste Sache der Welt aufbringen können, als ich für das Schießen von Vögeln". Und dann kam alles ganz anders, als die Beagle auf den Galapagos-Inseln landete. Wie viele seiner Zeitgenossen hielt auch Charles Darwin die genetische Beständigkeit der äußeren und inneren Merkmale - den Phänotyp sowie den Genotyp - von Vogelarten für eine unumstößliche Tatsache. Darwin wörtlich in seinem Hauptwerk "Die Entstehung der Arten" ( 1859 ) : "Bis in die nahe Vergangenheit war die Mehrzahl der Naturforscher davon überzeugt, dass Arten unveränderlich sind und jede für sich aus einem Schöpfungsvorgang entstanden ist."

Darwin wies jedoch anhand der Galapagosfinken eine Veränderung ihrer Schnabelformen und eine deutliche Differenzierung der Dicke ihrer Schnäbel innerhalb relativ kurzer Zeit nach - je nach Nahrungsbeschaffenheit der Körner respektive Insekten und Früchten auf den unterschiedlichen Inseln des Archipels. Alle 13 Finkenarten, die untereinander verwandt waren, zeigten diese auffälligen Unterschiede. Darwin wies damit eine spezifische Anpassung an vorhandene Umwelteinflüsse im Falle der Verschiebung einer ökologischen Nische nach, die zu einer ökologischen Artbildung führen kann - heute in der Evolutionsbiologie der Grundgedanke des Darwinismus. Inseln sind ideale Orte, um den Entstehungsprozess von Vogelarten zu studieren.

Die ersten Vögel, die beispielsweise Hawaii vor 15 bis 20 Millionen Jahren erreichten, sahen vielleicht unseren heutigen Finken recht ähnlich. Da es dort noch keine anderen konkurrierenden Vögel gab, also alle ökologischen Nischen unbesetzt waren, haben sich aus den Neuankömmlingen im Laufe der Zeit über 40 verschiedene Arten entwickelt. Dieser Prozess wird "adaptive Radiation" genannt. Der Urahn der - heute Kleidervögel genannten - besuchte wahrscheinlich Blüten, um nach Nektar und Insekten zu suchen. Kräftige Schnäbel entwickelten sich, und diese Vögel konnten schließlich nicht nur Fruchtfleisch fressen, sondern auch Samen öffnen und harte Kerne knacken.

Eine weitere, recht spektakuläre, Art der Besiedlung einer Landschaft mit einer neuen Vogelart passierte in jüngster Zeit auf der Halbinsel Kauai auf Hawaii, im Naturschutzgebiet "National Wildlife Refuge", in dem Tausende frei laufende Hühner zu beobachten sind. Man sagt, dass diese Tiere durch einen Hurrikan aus den Käfigen der Einheimischen "gefegt" wurden und sich so verbreitet haben. Der Darwinismus als Wissenschaft stand - vor allen Dingen in der katholischen Kirche - lange Zeit als Feindbild des einmaligen Schöpfungsgedankens in einer kritischen Diskussion. Solange jedoch die Herkunft der lebendigen Urzelle oder ihre Entstehung ungeklärt und unbewiesen ist, bleibt der Schöpfungsglaube unantastbar ! Der große Verdienst Darwins liegt jedoch darin, uns die Augen geöffnet zu haben, dass es plötzliche und sozusagen sprunghafte Veränderungen bei Lebewesen geben kann - Mutation zeitnah und sozusagen "vor unserer Haustür".

Holger Jürgensen

Fotos ( Dr. D. Kroger, Reno, Nevada ) : Einer der vielen Arten der Kleidervögel auf den Galapagos-Inseln

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