Er konnte sie nicht riechen

Ihre meist schönen Stimmen und Rufe sowie ihr häufig buntes Federkleid sind die Auffälligkeiten unserer Vögel. Dementsprechend verständigen sie sich auch untereinander - vor allem durch die Stimme und über die Augen.

Diese besonders ausgeprägten Sinne sind uns mit der Bezeichnung "Adlerauge" und das feine Gehör einer Eule ausreichend bekannt. Dass viele Vögel auch einen Geruchssinn besitzen, mit dessen Hilfe sie Nahrung erkennen, sich in ihrer Umwelt orientieren oder gar miteinander kommunizieren können, war lange unbekannt und wurde sogar von der Wissenschaft bestritten. Dabei hatten Hobbyornithologen längst beobachtet, dass beispielsweise Geier über Gaspipelines, die mit chemischen Additiven arbeiteten, längere Zeit kreisten, dass Brieftauben bei entsprechenden Versuchen über den Heimatduft wieder in ihren Schlag fanden und Stare Pflanzen in ihre Nistkästen holten, denen bestimmte Düfte als Aromastoffe ( z. B. Schafgarbe und Kamille ) anhafteten, um nachweislich ihren Nachwuchs fitter fürs Leben zu machen.

Auch Jäger haben es schon immer gewusst, dass man zum Beispiel Gänse nur erfolgreich bejagen kann, wenn man sich ihnen von Lee nähert - gegen den Wind; kommt man von Luv, so nehmen die Vögel einen wahr, selbst wenn sie den Herannahenden noch nicht sehen können - sie haben den Jägersmann gewittert, bevor dieser auf Schussentfernung herangekommen ist. So wie unseren Vögeln eine zumindest äußerlich sichtbare Ohrmuschel fehlt, so haben sie auch keine eigens entwickelte Nase, die unserer vergleichbar wäre. Dennoch steht ihr inneres Riechorgan mit der Außenwelt über die beiden im Oberschnabel gelegenen Nasenlöcher in Verbindung.

Mit einer kleinen Abschweifung vom eigentlichen Thema soll nicht unerwähnt bleiben, dass über die Atmungstätigkeit hinaus, pelagisch lebende Vögel, also Wasservögel, die nur zur Brut Land betreten und ansonsten das ganze Leben auf dem Wasser verbringen, den hohen Anteil an Meersalz in ihrer Nahrung über ihre Röhrennasen wieder ausscheiden können. Grasende Gänse selektieren ihre Nahrung sehr genau, dass heißt, sie bevorzugen bestimmte Gräserarten und Kräuter, lehnen hingegen andere ab. Wenn man Rispen-Gräser der Gattung Poa, die sie gerne fressen, mit dem Duft von Beifuß oder Wermut versuchsmäßig behandelt, so geschieht etwas Bemerkenswertes : Noch bevor sie das Gras in den Schnabel genommen haben, schütteln sie - so wie wir Menschen in einer ähnlichen, ablehnenden Situation - kurz den Kopf und wenden sich ab. Sie müssen den charakteristischen Duft der Kräuter gerochen und ihn als ekelhaft empfunden haben.

So bleiben Wermutspflanzen folgerichtig in einem Gänsegehege stets verschont. Bei unseren Stockenten fand man bei entsprechenden Experimenten für den Erpel und die Ente geschlechterspezifische, unterschiedliche Eigengerüche, die nur zur Balz- und Brutzeit ausgeprägt sind und vom Sekret der Bürzeldrüsen ausgehen. Wenn man männlichen Versuchsenten als Küken in früher Jugend die Geruchsnerven durchtrennte, hatte das in der Zeit darauf keinen Einfluss auf ihr bekannt aggressives Verhalten, wirkte sich jedoch drastisch im Sexualverhalten aus. Sie zeigten fast kein Werbeverhalten, und kein einziger der operierten Erpel machte die geringsten Anstalten, mit einer Ente zu kopulieren. Eigentlich kein Wunder : Er konnte sie ja nicht riechen...

Foto ( Chr. Garleff, Hamburg ) : Ein Stockerpel in "voller Pracht".

Holger Jürgensen

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1991 erhielt die schleswig-holsteinische Hochseeinsel Helgoland neue Einwohner; das erste Brutpaar Basstölpel "verirrte" sich auf den roten Felsen in der Nordsee - wie die Presse damals schrieb.

ears in Egypt

Aufnahmen vom Gelbschnabeltaucher

Liebe Ornis;

möchte Ihnen zu den eindrucksvollen Fotos unseres Herrn Christian Garleff, Hamburg, der in den letzten Dezembertagen 2021 vor Scharbeutz diese vortrefflichen Aufnahmen machen konnte.

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