Keine Jahreszeit lässt uns Menschen so eine Aufbruchstimmung spüren wie sie das Frühjahr vermittelt. Aber auch in der Tier- und Pflanzenwelt geht es aufwärts. Unsere Zugvögel kehren zum Teil aus weit im Süden der Erdkugel liegenden Winterquartieren in ihre hiesigen Brutgebiete.

In jedem Frühjahr und Vorsommer vernehmen Mitglieder der Vogelschutzgruppe Eutin - Bad Malente e.V . ( VSG ) Klagen, dass Brutplätze von Singvögeln zerstört oder die Tiere durch diverse Maßnahmen am Brüten gehindert werden. Dabei ist die Rechtslage völlig klar : Das Bundesnaturschutzgesetz sagt unter dem Kapitel "Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere...", dass es verboten sei, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen und ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.


Im weitergehenden § 44 des erwähnten Gesetzes heißt es sogar, dass es verboten ist, wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs-und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert.

Es ist zum Beispiel demnach verboten, Schwalben nach ihrer Rückkehr aus dem afrikanischen Winterquartier die Ansiedlung in oder am Haus zu verhindern und schon gar nicht, begonnene oder bereits fertig erstellte Nestbauten zu beseitigen. Da die neuen Nachbarn nicht sehr reinliche Tiere sind, liegt der Wunsch nach einer Fernhaltung der Vögel nahe. Der Gesetzgeber nimmt aber darauf keine Rücksicht. Die VSG rät, den Boden um die Nestanlage mit Zeitungen auszulegen und unter dem Nest ein breites Brett zu plazieren.

Sicher ist auch Gelassenheit anzuraten, wenn sich eine Amselfamilie im Garten angesiedelt hat, die sich in der folgenden Sommerzeit an die Erdbeeren heranwagt. Nicht immer gelingt es, durch die ganzjährige Fütterung unserer Gartenvögel diese vom natürlichen Verhalten abzuhalten, aber es wäre ein moderner Vogelschutzgedanke, dies zu versuchen. Unsere britischen Nachbarn füttern bereits seit vielen Jahren ihre Gefiederten ganzjährig, ohne dass die früher geäußerten Bedenken ihres Tuns zu Nachteilen geführt hätten.

Die VSG erinnert auch an die Verhütung des Scheibentods unserer Vögel. Mit einem Stift, der sich "Birdpen" nennt, werden transparente, für den Menschen nahezu unsichtbare Streifen auf die Außenseite der Fenster aufgebracht. Für die Tiere sind diese jetzt als Hindernis erkennbar. Geprüft vom Max-Planck-Institut, der Vogelwarte Radolfzell, wird zum Entfernen nur ein haushaltsüblicher Fensterreiniger benötigt.

Es ist auch höchste Zeit, neue Nistkästen aufzuhängen. Bereits im Vorjahr besetzte Kästen hätten im Herbst gereinigt werden müssen, um den gefiederten Nutzern in der Nacht im Verlaufe des Winters das Parasitenproblem zu minimieren .

Im übrigen ist die VSG gerne bereit, mit Ratschlägen vor Ort zu helfen, falls es Probleme geben sollte. Ihre Hobbyornithologen sind erreichbar unter 04521 - 4143 oder über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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