Das „Komitee gegen den Vogelmord e.V.“ informiert die VSG regelmäßig über seine Aktivitäten und mit Kommentaren. Am 9. März 2013 erhielten wir folgende Email:

"Liebe Natur- und Tierfreunde;

in den letzten drei Wochen gab es in drei „Vogelschutz-Problemländern“ des Mittelmeerraumes Wahlen, und alle Ergebnisse haben unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Den Anfang hat Zypern gemacht, wo am 17.02.2013 ein neuer Präsident gewählt wurde. Nikos Anastasiades von der christlichen „Democratic Rally“ hat mit absoluter Mehrheit gewonnen. Seine Partei stellt die einzigen Abgeordneten im Parlament, die die Vogelfänger ( die sich im Verein „Friends of Limesticks“ - also „Freunde der Leimruten“ zusammengeschlossen haben ) unterstützen.

Nur eine Woche später ( am 24. und 25.02. ) gab es die „Schicksalswahl“ in Italien, die ein Mitte-Links-Bündnis mit knappem Vorsprung gewonnen und damit Berlusconi verhindert hat. Schlimmer sieht es aber in der von Wilderei und Vogelfang besonders betroffenen Lombardei aus. Hier hat ein Bündnis der Berlusconi-Partei PDL und der rechtsextremen Lega Nord gewonnen. Roberto Maroni von der Lega Nord wird der neue lombardische Ministerpräsident, er fordert die Freigabe des Vogelfangs mit Netzen und großzügige Abschussgenehmigungen für Millionen Finken.

Gestern ( 10.03. ) haben die Malteser gewählt – die sozialdemokratische Labourpartei hat einen Erdrutschsieg erlangt und löst die bisherige Regierung ab. Der künftige Präsident, Joseph Muscat, hat vor den Wahlen eine Vereinbarung mit den Jägern gemacht und angekündigt, Jagd und Vogelfang zu fördern. Unter anderem geht es darum, alle Regelungen abzuschaffen, die über die Forderungen der EU hinausgehen.

Alles in allem werden wir uns auf harte Zeiten einstellen müssen. Manche mühsam erstrittenen Fortschritte werden wir nur mit Not verteidigen können. Wir hoffen allerdings, dass auch in Italien, auf Zypern und Malta vor den Wahlen mehr versprochen, als danach gehalten wird.

Beste Grüße
Alexander Heyd, Geschäftsführer"

 
Foto (Jürgensen): Vom Komitee beschlagnahmte Vogel-Schlagfallen aus Italien

Nach der Verbreitung dieser Nachricht schreibt uns ein Eutiner Bürger ( Mediziner ) einen emotionalen Kommentar, den wir gerne wegen der darin befindlichen guten Gedanken ins Netz stellen möchten ( Erlaubnis eingeholt ).

"Sehr geehrter Herr Jürgensen;

Was ich da lese, läßt mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Ich bin entsetzt, dass so etwas in unserer heutigen, modernen Zeit überhaupt noch möglich ist und von Regierungen eines Landes oder einer Provinz der Vogelfang großflächig oder / und sogar das Abschießen von Vögeln legalisiert wird. Das ist unglaublich. Dass so etwas in westeuropäischen Länder möglich ist, ist ja nicht zu fassen. Kein westeuropäisches Land hat Hungernöte zu beklagen, es gibt genügend Nahrungsmittel, die erwirtschaftet werden. Es werden sogar überschüssige Nahrungsmittel vernichtet und in diesen, von Ihnen aufgezeichneten Ländern, kann ja wohl auf das Fangen und Abschießen von gefiederten ( friedlichen ) Lebewesen verzichtet werden.

Man muß sich fragen, warum machen diese Menschengruppen so etwas? Es kann doch wohl ernsthaft niemand behaupten, dass der Vogelfang, das Töten dieser kleinen Lebewesen, zur Ernährung von Menschen erforderlich sei !!!! Wird der Mensch denn nie einsichtig, kommt er nie zur Vernunft, wird ihm nicht bewusst, was er mit dem Töten dieser Tiere alles zerstört und womöglich unwiderruflich ein Lebewesen von unserer schönen Welt verschwinden lässt ?? Ein solches Handeln ist verwerflich. Ich habe für solche Handlungen k e i n Verständnis. Wenn das Fangen und Töten der Vögel in Italien ( seit Jahrhunderten ) praktiziert wird, auf Zypern und auf Malta legalisiert ist, kommt die Frage auf, WARUM ?? Richten die Vögel irgendeinen Schaden an oder ist es der pure Jagdinstinkt des Menschen ??"

Gruß und Unterschrift

Antwort Holger Jürgensen: 

"Sehr geehrter Herr J.,

Die Vogeljagd besonders am Mittelmeer liegt in einer sehr alten Tradition begründet und gilt dort (leider) als ein Stück "Kultur", die uns heutzutage als Vogelfreunde eher fremd ist. Aber auch hier in Deutschland ist das Bewußtsein erst seit gut 100 Jahren gewachsen, als der Deutsche Bund für Vogelschutz mit all`seinen Irrungen in der ersten Zeit ( Spatzenverfolgung, Greifvogelbejagung ) gegründet wurde."

Die VSG hat bei ihren Mitgliedern zu einer Spendenaktion aufgerufen, um zumindest sichtbar und moralisch die nicht ungefährlichen Aktivitäten des Komitees zu unterstützen. Es kann aus unserer Sicht nicht angehen, dass Zugvögel auf ihrem sowieso gefährlichen Weg in ihre Winterquartiere und zurück dezimiert werden, zumal diese Vogelarten bereits bei uns zu einem großen Teil auf der vom Aussterben bedrohten "Roten Liste" stehen."  - Die VSG -