Ziel einer einwöchigen Exkursion der Vogelschutzgruppe Eutin – Bad Malente e.V. ( VSG ) war die drittgrößte griechische Insel Lesbos. Im Vordergrund der Inselbereisung stand die Erkundung des heimischen Brutvorkommens sowie des Mitte Mai auslaufenden Durchzuges verschiedener Vogelarten.

Im besonderen Fokus standen die zur Salzgewinnung angelegten Lagunen ( Salinen ) und weitere Feuchtgebiete, in denen sich das Hauptvogelleben abspielte. Für die Schleswig-Holsteiner war es besonders eindrucksvoll, den Schwarzstorch zu beobachten. Ohne die hierzulande übliche Scheu vor Menschen ging er wenige Meter entfernt auf Nahrungssuche. 17 Vögel dieser Art traten schließlich  eindrucksvoll und gemeinsam den Heimflug an. Unter weiteren Stelzvögeln fanden sich außerdem Weißstörche, die Zwergdommel, Rallen-, Seiden-, Silber- und Graureiher.


Foto (H. Jürgensen): Schwarzstorch

Eine besondere Attraktion waren die Rosaflamingos, die sich hier mit über 200 Exemplaren aufhielten. Unterschiedliche Greifvögel an ihrem Flugbild am Himmel mit einem Namen zu  versehen, ist nur nach ausdauernder Übung, akzeptabler Entfernung und Beleuchtung möglich; es wurden u. a. Zwerg- und Schlangenadler bestimmt. Die Säbelschnäbler führten bereits Junge und hassten daher aus berechtigtem Grund überfliegende Mittelmeermöwen und Nebelkrähen. Langbeinige Stelzenläufer  waren noch brütend anzutreffen, während die letzten Watvögel ( Limikolen ) vor ihrer noch weiten Reise in ihre russischen Brutgebiete bereits das Prachtkleid trugen. Mit  großer Freude wurde eine den Tag verschlafende Zwergohreule sowie mehrmals  Steinkäuze gesichtet. Ein Paar Mittelspechte hatte ausgerechnet seine Brutröhre in einen Telefonmast gehämmert.


Foto (Holger Jürgensen)

Während der gesamten Nacht sorgte eine Nachtigall vor dem Hotel für Unterhaltung; beobachtet wurden auch „Nichtgefiederte“ wie Weißbrustigel, Eichhörnchen, Baummarder sowie Eidechsen, Frösche, Schildkröten und Schlangen – fast alle nur als Verkehrsopfer. Eine Krähe zog „in letzter Sekunde“ vor dem Bus eine tote Otter oder Natter in den sicheren Olivenhain. Mit aufmerksamer Akrebie nahmen sich die Fotografen der VSG-Gruppe die vielfältigen Insekten in den  konservierenden Fokus.

Natürlich galt die Aufmersamkeit der Hobby-Ornthologen auch dem römischen Aquadukt der Insel, verschiedenen Klöstern und den Museen des „Steinernen Waldes“ sowie der Olivenöl-Verwertung.

Holger Jürgensen

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