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Vogelkunde - Das Wunder der Vogelfeder

Vogelkunde - Das Wunder der Vogelfeder

Wilhelm Busch schreibt im ersten der sieben Streiche von "Max und Moritz" über seine Witwe Bolte und die Nutzung der Hühner dieser armen Frau : " ... nimmt man auch ihre Federn zum Gebrauch, in die Kissen und die Pfühle ( Verf. : veraltet auch für Kissen ), denn man liegt nicht gerne kühle". Und bei Tobias Knopp heißt es "... wärmehaltend ist die Feder".

Dann haben wir bereits geklärt, dass eine Vogelfeder zunächst einmal eine wärmende Aufgabe erfüllen kann; wenn wir die "Knopp-Trilogie" von Wilhelm Busch weiterlesen, präsentieren ihre vier männlichen Klassenkameraden vor der dicken, netten Jule Kunststücke - zu vergleichen mit dem in der Balz bunten Federkleid männlicher Vögel - Imponiergehabe bei der Weibchenwahl.

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Vogelkunde - Rosafarbene Schreitvögel - Blickfang in jedem Vogelzoo

Vogelkunde - Rosafarbene Schreitvögel - Blickfang in jedem Vogelzoo

Warum sich ein afroamerikanisches Gesangsquartett 1952 in Chicago den Namen "The Flamingos" zulegte, ist kaum erklärlich, auch nicht durch ihren Musikstil "Doo-Wop", der Nonsens-Silben verwendete und als "Street-Corner-Musik" bezeichnet wurde.

Bei dem Besuch eines Zoos gehört der fesselnde Besucherblick einer Vogelart, die durch ihre Zeichnung und ihr auffälliges Verhalten ein eye-catching besonderer Art bedeutet. Die wunderschöne Rotfärbung des Gefieders der Flamingos basiert auf ihre sehr spezialisierte Ernährungsweise, die sich in ihrem markanten Schnabel widerspiegelt. Sie suchen hauptsächlich im brackigen Salzwasser planktonische Algen sowie Salinenkrebse, die rosa pigmentiert sind und viel des roten Farbstoffes Karotin enthalten, der in der Leber der Vögel umgewandelt wird und für die Gefiederfärbung verantwortlich ist - beim Ausbleiben dieser Nahrung in Zoos muss der Schönheit "nachgeholfen" werden.

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Vogelkunde - Vom "Entenheinrich" zum Zoodirektor

Vogelkunde - Vom "Entenheinrich" zum Zoodirektor

Das moderne Wissen um die Ornithologie ist von Jahrhundert zu Jahrhundert und von bedeutenden Männern und Frauen zu ihren Nachfolgern fortgeschrieben worden und dabei gewachsen. Jeder ernsthafte Vogelbeobachter, dessen derzeitiges Wissen wir den Generationen vor uns verdanken, sollte sich daher einmal mit dem meist sehr interessanten Leben solcher Wissenschaftler beschäftigen.

Der Arzt Oskar Heinroth ist so ein interessanter Forscher, der 1871 geboren und 74 Jahre alt wurde. Er entstammte einer Musiker- und Gelehrtenfamilie in der Nähe von Mainz. Schon sehr früh traten seine besonderen Anlagen zutage. Nach einer Pockenerkrankung im Säuglingsalter verblieben schwere Seheinschränkungen, so dass er diesem Umstand offenkundig sein geschultes Gehör verdankte. Seine ersten Gehversuche soll Heinroth im Hühnerstall gemacht haben, wo er mit drei oder vier Jahren die einzelnen Hennen an ihren Stimmen erkennen konnte. Die Vorschulzeit verbrachte er gerne - oft gegen den Willen der Eltern - mit der Beobachtung der Verhaltensweisen junger Enten und Gänse, was wohl in der Schule zu seinem Spitznamen "Entenheinrich" geführt hat.

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Vogelkunde - Vom Lebensalter unserer Vögel

Vogelkunde - Vom Lebensalter unserer Vögel

Vor dem offensichtlich durch unsere Zivilisation bedingten Rückgang einiger Vogelarten ( Stichwort : Artensterben ) erscheint es zumindest wissenswert, welches Lebensalter Kleinvögel "normalerweise" in "freier Natur" erreichen können. Unter der Bezeichnung "Kleinvögel" werden in der Regel "Sperlingsvögel" verstanden, deren Zusammensetzung jedoch nicht nur aus Sperlingen besteht. Fast alle Singvogel-Arten gehören in diese grobe Einteilung.

Welches Alter ein Vogel erreicht, wird von sehr unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Zunächst gibt es ein artspezifisches Höchstalter, das sehr eng mit der Lebensweise, der Brutbiologie und dem Zugverhalten zusammenhängt. Zur Überlebensstrategie gehören auch der Umgang mit dem Feinddruck sowie mit negativen klimatischen Einflüssen.

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Vogelkunde - Das Skelett der Vögel - oft filigran, jedoch hochstabil

Vogelkunde - Das Skelett der Vögel - oft filigran, jedoch hochstabil

Beim Verzehr eines Grillhähnchens kommt man den Knochen des Vogels immer näher - aber ihrer Betrachtung wird normalerweise dabei nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Bei der Beurteilung des Skeletts eines Eisvogels - unser heutiges Bild - fällt besonders das verhältnismäßig große Brustbein auf, das aus einer breiten Schale besteht, in der das Herz, der Magen und die Leber ruhen. An dem sich nach außen erhebenden Brustbeinkamm sitzt die Flugmuskulatur. Im Vergleich zu diesem gewaltigen Knochen ist das Pendant zum Säugetier vergleichsweise winzig; nicht einmal die Fledermäuse haben es fertiggebracht, so einen Kamm zum Ansatz ihrer Muskeln zu entwickeln.

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Vogelkunde - Neue Kleider für den Spatz

Vogelkunde - Neue Kleider für den Spatz

Wenn eine Dame ein neues Kleid anprobiert, befindet sie sich normalerweise in einem besonderen Zustand des Glücks. Unsere Vögel aber leiden unter ihrem Wechsel des Kleides, der sich Mauser nennt und einen Energie zehrenden sowie physiologisch belastenden Prozess darstellt - das Wort "Mauser" ist übrigens dem lateinischen Verb "mutare" ( wechseln ) entliehen.

Unsere Vogelarten mausern ein- bis zweimal im Jahr individuell entweder Teile oder das gesamte Federkleid. Das Männchen des Kampfläufers bringt es sogar auf Grund seines periodisch aufwändigen Kopfschmuckes und seines bunten Kragens auf einen dreimaligen Wechsel im Jahr. In der Regel findet aber nur eine Mauser statt, die Vollmauser genannt wird. Besonders bei vielen Großvögeln, zu denen z. B. auch Kraniche zählen, zieht sich der Gefiederwechsel über eine längere Zeit hin, so dass die Fähigkeit zum Fliegen und Manövrieren nicht besonders eingeschränkt sind.

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Vogelkunde - Auch das Betteln will gelernt sein

Vogelkunde - Auch das Betteln will gelernt sein

Menschenbabys weinen - oft sehr nachhaltig - wenn sie Hunger oder Durst verspüren. Vogelkinder rufen auch laut und kräftig, gleichfalls unfähig, sich selbst zu ernähren. Beide verbindet : Die akustische Aufforderung erfolgt, ohne Tränen zu vergießen .....

Junge Vögel haben bei Hunger keine andere Chance, als den Altvögeln durch Bettellaute und das Sperren - das "provokante" und fordernde Öffnen der Schnäbel - zu verstehen zu geben, dass diese gefälligst ihren Schnabel füllen sollen. Viele Vogelarten haben diesbezüglich ganz besondere Rufe entwickelt; außerdem sperren sie ihre meist farbigen Schnäbel weit auf. Dies löst bei den Eltern einen Fütterungstrieb aus, und diese versorgen ihren Nachwuchs in der Regel sehr engagiert und nachhaltig.

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Vogelkunde - "... ich habe einen Vogel gefunden!" Was tun? Fragen Sie den Fachmann!

Vogelkunde -  "... ich habe einen Vogel gefunden!" Was tun? Fragen Sie den Fachmann!

Wenn man einen eventuell verletzten oder sich anderweitig auffällig zeigenden Vogel vor sich sitzen oder liegen hat, sei es passiv nach einer Kollision mit einem Fahrzeug oder aktiv durch einen Scheibenanflug lädiert, sollte man umgehend fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Tierärzte mit ihren speziellen Kenntnissen wären so eine Anlaufstation, die in der Regel Vögel aus der Natur kostenfrei behandeln werden.

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Vogelkunde - Der Verlust an Genen - Ursache des Artensterbens?

Vogelkunde - Der Verlust an Genen - Ursache des Artensterbens?

1859 erschien Charles Darwins Buch "Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl", und er wies mit den nach ihm benannten Finken auf den Galapagos-Inseln eine Veränderung in ihrem äußeren Erscheinungsbild durch eine Veränderung ihrer Umwelt nach, und diese Evolution - fortschreitende Entwicklung - der Vögel geschah in sehr kurzer Zeit!

Wenige Jahre später veröffentlichte der Mönch Gregor Mendel seine beiden Abhandlungen zum Thema "Versuche mit Pflanzenhybriden". Genau in diese Zeit mit neuen biologischen Kenntnissen fällt in der Fränkischen Alb der Fund eines weitgehend vollständigen Skeletts eines "Urvogels" - mit Resten einer Befiederung - heute im Britischen Museum in London zu bestaunen.

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Vogelkunde - Ruf- und Gesangsimitationen der Vögel

Vogelkunde - Ruf- und Gesangsimitationen der Vögel

Während der Jungenaufzucht lernen die Nestlinge den Gesang und die Rufe der Altvögel, obwohl in ihrer nahen Umgebung so viele weitere Vogellaute anderer Arten zu vernehmen sind. Theoretisch könnte jeder lernfähige Jungvogel alles, was in seiner Nähe akustisch geboten wird, in sein späteres Repertoire übernehmen.

Zu diesem Thema wurden etliche wissenschaftliche Studien durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass fast alle Vogelarten über eine Art Gehör-Filter verfügen, der das Erlernen des arteigenen Gesangs ermöglicht, während die akustischen Eindrücke anderer Arten ausgeschlossen bleiben. So kommt es, dass die meisten Geflügelten ausschließlich den arteigenen Gesang erlernen, bei manchen als vererbtes und starres Muster. Es ergibt sich ja auch keine Notwendigkeit, mit artfremden Individuen zu kommunizieren oder gar ihren Gesang in ihr Repertoire zu übernehmen - mit Ausnahmen.

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Vogelkunde - Vögel in Wüsten und trockenen Gebieten

Vogelkunde - Vögel in Wüsten und trockenen Gebieten

Zwanzig Prozent der Erdoberfläche werden von lebensfeindlich-trockenen Arealen bedeckt. Nur wenige Vogelarten haben sich an ein Leben unter diesen Umständen im Verlauf der Evolution angepasst. Dazu gehört auch, mit Wasser in jeder Situation haushälterisch umgehen zu können.

In den steinigen und sandigen Gegenden unserer Erde liegt der jährliche Niederschlag oft unter 250 mm - das sind nur 250 Liter Wasser auf einem Quadratmeter. In Eutin fällt im Vergleich dazu durchschnittlich die dreifache Menge. Besonders dramatisch, aber nicht sehr beisielhaft, sind die Verhältnisse in der chilenischen Atacamawüste : Diese trockenste Wüste unserer Erde zieht sich 1.200 Kilometer entlang der Pazifikküste und hat in den letzten 25 Jahren jährlich nur 0.5 Liter Regen auf den Quadratmeter erhalten - hier wurden in Folge der hohen Trockenheit die vor 7.000 Jahren bestatteten, nunmehr mumifizierten Kinder gefunden.

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Vogelkunde - Vom Fliegen der Vögel

Vogelkunde - Vom Fliegen der Vögel

Der Pionier der Luftfahrt, Otto Lilienthal, hat den Vogelflug genau beobachtet. Er konnte dennoch die Technik der Vögel nicht vollkommen in seine Anwendungen umsetzen und zahlte dafür mit seinem Tod. Vögel schlagen bekanntlich mit den Flügeln, und zwar nicht nur einfach auf und ab, sondern sie drehen diese bei der Aufwärtsbewegung nach oben, bei der Abwärtsbewegung nach unten. Mit dieser Drehung gelingt es ihnen, ohne großen Energieaufwand ihren Vortrieb beim Flug zu steigern.

Die Erkennung eines Vogels hoch am Himmel oder im Gegenlicht anhand des Flugbildes ist nicht leicht und setzt gute Kenntnisse über die Silhoulette und die Flugkennzeichen voraus.

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Vogelkunde - Vögel in der Musik - Musik der Vögel

Vogelkunde - Vögel in der Musik - Musik der Vögel

Das Repertoire der Stimmenfülle unserer Singvögel ist weit gefächert - vom Glockenklang der Rufe der Meisen, über das "Auf und Ab" des Zilpzalps, den typischen Mairuf des Kuckucks, die schnellen Folgen "zitternder und erregt-heller Töne" des Rotkehlchens, den anhaltende Fluggesang der Feldlerche mit Imitationen anderer Vogelarten bis hin zur "Königin der betörenden Töne" - der Nachtigall.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass in einer zurückliegenden Zeit des heute oft verloren gegangenen, besinnlichen Aufenthaltes in der Natur, das Morgenkonzert der Vögel im Frühling für den Menschen eine besonderer Bedeutung innehatte und in phantasievollen Mythen und Redewendungen seinen Niederschlag fand - besonders unsere tiefe Beziehung zum Gesang der Nachtigall. Der Legende nach ließen sich Nachtigallen am Grab des ermordeten Sängers Orpheus auf der Insel Lesbos zur Trauerklage nieder, da er zu Lebzeiten mit seinem Gesang "Götter, Menschen, Tiere und sogar Bäume" betört hatte.

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Vogelkunde - Winter unter südlicher Sonne

Vogelkunde - Winter unter südlicher Sonne

Der lyrische Dichter Eugen Roth ( 1895 - 1976 ) weiß : "Die Wissenschaft, sie ist und bleibt, was einer ab vom anderen schreibt - doch trotzdem ist, ganz unbestritten, sie immer weiter fortgeschritten". Aus seiner Feder soll auch die Erkenntnis stammen : "Standvögel bleiben, wo sie sind, Strichvögel wechseln wie der Wind; Zugvögel ziehen nach Afrika und sind oft in vier Tagen da ..."

Nach allen derzeitig vorliegenden Erkenntnissen des Vogelzuges kann man ein Bild eines typischen Langstreckenziehers mit frühem Wegzugtermin im Herbst ( zum Beispiel Mauersegler, Kuckuck oder Grasmücke ) ins zentrale oder südliche Afrika wie folgt zeichnen :

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Vogelkunde - Von Enten, die auf Bäumen brüten

Vogelkunde - Von Enten, die auf Bäumen brüten

Die im zweiten Brutvogelatlas für Schleswig-Holstein dokumentierte Zunahme an heimischen Brutvögeln der Schellente hängt in erster Linie von der Tätigkeit aktiver Naturschützer ab, die in öffentlichen Bereichen zahlreiche Nistkästen für diese Vogelart aufgehängt haben, ergänzt durch eine unbekannte Anzahl von Nisthilfen auf privatem Gelände. Das landesweite Vorkommen von ungefähr 700 Paaren hat seinen Schwerpunkt auf der ostholsteinischen Seenplatte und besonders im Kreis Plön.

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Vogelkunde - Von deutscher und von exotischer Ornithologie

Vogelkunde - Von deutscher und von exotischer Ornithologie

Mit Aristoteles, der von 384 bis 322 v. Chr. lebte, und mit Kaiser Friedrich II., der um 1260 das vatikanische Manuskript "De arte venandi cum avibus" ( Die Kunst, mit Vögeln zu jagen ) verfassen ließ, wurde erstmalig vogelkundliche Geschichte geschrieben. Die bereits damals am Rande einer Wissenschaft erhobenen Ornithologie hat aber auch unnötige und herbe Rückschläge erlitten. Herausragend negativ hat sich auf diesem Gebiet der Leibarzt des englischen Königs Karl II. hervorgetan, ein Doktor Walter Charleton, der im Jahre 1668 daran ging, alle Vögel systematisch zu ordnen, unverständlicherweise auch solche, die ihm nur aus der Literatur bekannt waren.

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Vogelkunde - Goldammer - eine Diva mit besonderem Gesang

Vogelkunde - Goldammer - eine Diva mit besonderem Gesang

Sie gehören zu den unauslöschbaren Erinnerungen an unbelastete Schulferien auf einem Bauernhof, wenn der Terzianer mit dem Einspänner auf dem von Knicks umsäumten Sandweg zur Koppel fuhr - die sommerlichen Rufe und Gesänge der Goldammer. Bei späteren abendlichen Vogelstimmenkursen lehrte man uns, ihrem Gesang die ähnlich klingenden Worte "wie wie wie wie hab`ich dich lieb" zu geben - wobei das letzte Wort tief und langgezogen beginnt, um dann klangvoll ansteigend zu enden.

Auch den "volksmundlichen" Engländern ist dazu etwas eingefallen : Sie imitieren den Gesang ihres Yellowhammers mit "little bit of bread and no cheese". Etwas derber ist so ein Spruch aus dem Oldenburgischen überliefert, wo man den Goldammergesang mit "ick schiet in`n Buur sien Schün" beschrieb .........

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Vogelkunde - Als die Vögel ihre Zähne verloren......

Vogelkunde - Als die Vögel ihre Zähne verloren......

Chinesische archäologisch arbeitende Forscher behaupten, dass unsere Vögel vor 120 Millionen Jahren ihre Zähne "verloren haben" - selbstverständlich im Rahmen einer unendlich langen Zeit der Evolution - und dass dieser Vorgang mit der Möglichkeit einherging, sich nicht nur mehr von Fleisch und Früchten, sondern auch interessanterweise von Samen und Körnern zu ernähren. Dies alles sei auch nur vor dem Hintergrund des damaligen dramatischen Erdgeschehens zu verstehen - z. B. Meteoriteneinschläge als besonders stark verändernde Eingriffe in alles Leben - so die Wissenschaft.

Der Kropf bei unseren Vögeln bildet eine sack- oder schlauchähnliche Ausdehnung ihrer Speiseröhre, die als Nahrungsspeicher dient. Diese praktische Einrichtung hilft, ein nur in kurzer Zeit reichlich verfügbares Nahrungsangebot zu nutzen sowie Jungvögeln zur Atzung eventuell auch vorgeweichtes Futter verabreichen zu können. Da Vögel Körner nicht im Mund zerkleinern, diese höchstens durch den Schnabel aus Horn gequetscht werden können, wandert die Nahrung über das "Zwischenlager" Kropf dosiert in den Muskelmagen, wo sie mit Hilfe von aufgenommenen Steinchen, dem sogenannten Gritt, zur Aufnahme durch die Därme aufbereitet wird.

Ein Kropf erscheint besonders bei Fischfressern wie dem Graureiher und dem Pelikan sowie Fleischfressern wie bei den Geiern ausgeprägt, und speziell bei allen Körnerfressern.

Bei Tauben kann ein Teil eines Luftsackes im Halsbereich zur Balzzeit aufgeblasen werden - diese Erscheinung nennt man Balzkropf und ist beim erregten Täuber deutlich zu erkennen.

Während der Aufzucht ihrer Jungen produzieren Tauben im Kropf eine "Milch", die aus nährstoffreichen Zellen der Kropfinnenwand besteht, die abgestoßen und als fettiges Sekret sowie an Milch erinnernde breiige Masse an die Jungen verfüttert wird. Bei diesem Vorgang verschwindet der Kopf des Jungvogels praktisch im Hals des Altvogels, was uns immer wieder Gelegenheit gibt, interessante Beobachtungen eines "fürsorglichen Verhaltens" bei der Jungenaufzucht zu machen.

Fotos ( Jürgensen ) : Landeanflug einer Ringeltaube

Holger Jürgensen

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Vogelkunde - Stehen auf einem Bein

Vogelkunde - Stehen auf einem Bein

Welche Funktion liegt diesem auffälligen Verhalten unserer Vögel und welcher körperliche Mechanismus zugrunde ? Der an der Ruhr-Universität Bochum forschende und lehrende Professor Reinhold Necker hat sich mit unserer Frage ausführlich beschäftigt.

Da geht es in erster Linie um die Notwendigkeit, auf einem Bein das Gleichgewicht halten zu können. Wir wissen, wie wichtig diese Fähigkeit vor der Einschulung unserer Kinder ist - auf einem Bein balancieren und hüpfen können sind positive Zeichen einer ausreichenden motorischen Entwicklung. Unser Körper ist jedoch im Gegensatz zum Vogel vertikal und nicht horizontal zur Schwerkraft ausgerichtet, was unseren gefiederten Freunden eine "aufwändige Gewichtsregulierung" abfordert, die ihnen jedoch keine besonderen Kräfte abverlangt, da diese Körperstellung nur durch die gezielte Beugung seines Oberschenkels bewirkt wird.

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Vogelkunde - Nationalpark Wattenmeer, Schlaraffenland aus Watt und Salzwiese

Vogelkunde - Nationalpark Wattenmeer, Schlaraffenland aus Watt und Salzwiese

Bei dem Versuch, sich dem Wort "Watt" sprachlich zu nähern, stoßen wir im Niederdeutschen auf "Stelle, die sich durchwaten lässt". Schleswig-Holsteiner als Bewohner eines Landes zwischen den Meeren kennen diese flache Gezeitenküste sehr gut, die täglich zweimal überflutet wird und dann wieder "trocken"-fällt. Was produziert eigentlich das Außendeichgebiet unserer mitteleuropäischen Westküste, dass dieser Naturraum so interessant und erhaltensnotwendig für unsere Vogelwelt ist - für jährlich 500.000 Brutvögel mit 25 Arten und zehn bis zwölf Millionen rastender und ziehender Geflügelter mit 75 Arten auf der Strecke zwischen den Niederlanden über Schleswig-Holstein bis an die Nordspitze Dänemarks ?

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