Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Das Wunder der Vogelfeder

Vogelkunde - Das Wunder der Vogelfeder

Wilhelm Busch schreibt im ersten der sieben Streiche von "Max und Moritz" über seine Witwe Bolte und die Nutzung der Hühner dieser armen Frau : " ... nimmt man auch ihre Federn zum Gebrauch, in die Kissen und die Pfühle ( Verf. : veraltet auch für Kissen ), denn man liegt nicht gerne kühle". Und bei Tobias Knopp heißt es "... wärmehaltend ist die Feder".

Dann haben wir bereits geklärt, dass eine Vogelfeder zunächst einmal eine wärmende Aufgabe erfüllen kann; wenn wir die "Knopp-Trilogie" von Wilhelm Busch weiterlesen, präsentieren ihre vier männlichen Klassenkameraden vor der dicken, netten Jule Kunststücke - zu vergleichen mit dem in der Balz bunten Federkleid männlicher Vögel - Imponiergehabe bei der Weibchenwahl.

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Vogelkunde - Vom "Entenheinrich" zum Zoodirektor

Vogelkunde - Vom "Entenheinrich" zum Zoodirektor

Das moderne Wissen um die Ornithologie ist von Jahrhundert zu Jahrhundert und von bedeutenden Männern und Frauen zu ihren Nachfolgern fortgeschrieben worden und dabei gewachsen. Jeder ernsthafte Vogelbeobachter, dessen derzeitiges Wissen wir den Generationen vor uns verdanken, sollte sich daher einmal mit dem meist sehr interessanten Leben solcher Wissenschaftler beschäftigen.

Der Arzt Oskar Heinroth ist so ein interessanter Forscher, der 1871 geboren und 74 Jahre alt wurde. Er entstammte einer Musiker- und Gelehrtenfamilie in der Nähe von Mainz. Schon sehr früh traten seine besonderen Anlagen zutage. Nach einer Pockenerkrankung im Säuglingsalter verblieben schwere Seheinschränkungen, so dass er diesem Umstand offenkundig sein geschultes Gehör verdankte. Seine ersten Gehversuche soll Heinroth im Hühnerstall gemacht haben, wo er mit drei oder vier Jahren die einzelnen Hennen an ihren Stimmen erkennen konnte. Die Vorschulzeit verbrachte er gerne - oft gegen den Willen der Eltern - mit der Beobachtung der Verhaltensweisen junger Enten und Gänse, was wohl in der Schule zu seinem Spitznamen "Entenheinrich" geführt hat.

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Vogelkunde - Das Skelett der Vögel - oft filigran, jedoch hochstabil

Vogelkunde - Das Skelett der Vögel - oft filigran, jedoch hochstabil

Beim Verzehr eines Grillhähnchens kommt man den Knochen des Vogels immer näher - aber ihrer Betrachtung wird normalerweise dabei nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Bei der Beurteilung des Skeletts eines Eisvogels - unser heutiges Bild - fällt besonders das verhältnismäßig große Brustbein auf, das aus einer breiten Schale besteht, in der das Herz, der Magen und die Leber ruhen. An dem sich nach außen erhebenden Brustbeinkamm sitzt die Flugmuskulatur. Im Vergleich zu diesem gewaltigen Knochen ist das Pendant zum Säugetier vergleichsweise winzig; nicht einmal die Fledermäuse haben es fertiggebracht, so einen Kamm zum Ansatz ihrer Muskeln zu entwickeln.

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Vogelkunde - Neue Kleider für den Spatz

Vogelkunde - Neue Kleider für den Spatz

Wenn eine Dame ein neues Kleid anprobiert, befindet sie sich normalerweise in einem besonderen Zustand des Glücks. Unsere Vögel aber leiden unter ihrem Wechsel des Kleides, der sich Mauser nennt und einen Energie zehrenden sowie physiologisch belastenden Prozess darstellt - das Wort "Mauser" ist übrigens dem lateinischen Verb "mutare" ( wechseln ) entliehen.

Unsere Vogelarten mausern ein- bis zweimal im Jahr individuell entweder Teile oder das gesamte Federkleid. Das Männchen des Kampfläufers bringt es sogar auf Grund seines periodisch aufwändigen Kopfschmuckes und seines bunten Kragens auf einen dreimaligen Wechsel im Jahr. In der Regel findet aber nur eine Mauser statt, die Vollmauser genannt wird. Besonders bei vielen Großvögeln, zu denen z. B. auch Kraniche zählen, zieht sich der Gefiederwechsel über eine längere Zeit hin, so dass die Fähigkeit zum Fliegen und Manövrieren nicht besonders eingeschränkt sind.

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Vogelkunde - Auch das Betteln will gelernt sein

Vogelkunde - Auch das Betteln will gelernt sein

Menschenbabys weinen - oft sehr nachhaltig - wenn sie Hunger oder Durst verspüren. Vogelkinder rufen auch laut und kräftig, gleichfalls unfähig, sich selbst zu ernähren. Beide verbindet : Die akustische Aufforderung erfolgt, ohne Tränen zu vergießen .....

Junge Vögel haben bei Hunger keine andere Chance, als den Altvögeln durch Bettellaute und das Sperren - das "provokante" und fordernde Öffnen der Schnäbel - zu verstehen zu geben, dass diese gefälligst ihren Schnabel füllen sollen. Viele Vogelarten haben diesbezüglich ganz besondere Rufe entwickelt; außerdem sperren sie ihre meist farbigen Schnäbel weit auf. Dies löst bei den Eltern einen Fütterungstrieb aus, und diese versorgen ihren Nachwuchs in der Regel sehr engagiert und nachhaltig.

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