Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Invasionen

Vogelkunde - Invasionen

Das Wort "Invasion" ist bei uns durch militärische Ereignisse besetzt, und in unserem Kopf setzt sich folgerichtig "Okkupation" fest. In der Vogelwelt stellt sich die Situation dankenswerterweise anders dar - nach ihrem plötzlichen Auftreten verschwinden sie dann auch wieder.

Bei einer größeren Anzahl von Vögeln verlassen mehr oder weniger, in unregelmäßigen und wenig vorhersehbaren Abständen, ganze Brutpopulationen ihre Heimat und erscheinen dann, oft sogar in großen Zahlen, in fremden Gebieten. Diese Vögel gelten als sogenannte Invasionsvögel. Ihre Erscheinung beginnt mit der Abwanderung aus der eigentlichen Heimat, das natürliche biologische Gründe hat - steigende Siedlungsdichte, sturmverdriftete oder sich in der Ausbreitung befindliche Vogelarten.

Weiterlesen

Vogelkunde - Glockengeläut und Muezzin-Rufe zum Gebet

Vogelkunde - Glockengeläut und Muezzin-Rufe zum Gebet

Sonntägliches Glockengeläut aus der Ferne - ein fast sinnlicher Genuss in der von allen akustischen Ablenkungen befreiten Landschaft. In ihrer Nähe wird die kirchliche Aufforderung zur Teilnahme am Gottesdienst aber besonders deutlich und lautstark, was den Autor an einen Ausspruch des Reichskanzlers Otto Fürst von Bismarck in Erinnerung bringt : "Das Glockengeläut sei die Artillerie der Geistlichkeit".

Der Ornithologe beobachtet die Dohlen- und Straßentaubenschar, die beim ersten Glockenschlag aufschrickt, aber offenbar darin keine Gefahr erkennt und daher sehr schnell wieder ihre luftigen Plätze einnimmt. Dem Beobachter stellt sich jedoch die Frage, wie halten sie "diesen Krach" eigentlich aus. Unsere Mediziner erklären uns, dass lärmbedingte Hörschäden nicht heilbar sind, und daher meiden wir ( vernunftbegabten ) Menschen eine hohe Dauerbeschallung und hohe Schallpegelwerte. Gilt dies nicht auch für Vögel ?

Weiterlesen

Vogelkunde - Bleiben die Störche noch nach Bartholomä ............

Vogelkunde - Bleiben die Störche noch nach Bartholomä ............

so kommt ein Winter, der tut nicht weh - so sagt der katholische Volksmund, der am 24. August das Fest eines der zwölf Apostel, des heiligen Batholomäus, feiert. Vielleicht achten wir einmal in diesem Herbst auf die Richtigkeit dieser Bauernregel.

Unsere Welt ist voll von Geschichten und vor allen Dingen voller Mythen um den Weißen Storch. In Europa bringt dieser gut erforschte Stelzvogel den Menschen Glück und Nachwuchs. In China gilt er als Symbol für Langlebigkeit. Auch die Muslime ehren den schwaz-weiß-roten Vogel, da in der arabischen Welt der Volksglaube herrscht(e), dass jeder Storch die Seele eines verstorbenen Menschen verkörpert, der es in seinem Leben nicht schaffte, nach Mekka zu pilgern.

Weiterlesen

Vogelkunde - Raubmöwen, Piraten der Meere

Vogelkunde - Raubmöwen, Piraten der Meere

Unsere Spaziergänge führen uns bei sommerlichen Temperaturen gerne an die Küsten Schleswig-Holsteins, die vogelkundlich von vielen Möwen sehr unterschiedlicher Art und Ausfärbung bevölkert sind. Der lauschende Beobachter als Autor dieser Zeilen hört dann hin und wieder unter den "Luftschnappern" Gespräche, die sich warnend zu den dunkel gefärbten Großmöwen äußern, etwa mit dem Rat, auf eine Annäherung zu verzichten, da diese doch Raubmöwen seien.

Ornithologisch möchte man dann gerne zu einer Klärung beitragen, die darauf hinauslaufen würde, dass es sich um diese Vögel genauso auch um Silber-, Heringsoder Mantelmöwen handeln würde, nur dass diese Großmöwen in den ersten vier Jugendjahren ein sich langsam ins endgültige Pracht- und Alterskleid mauserndes bräunliches, stets heller werdendes Federkleid tragen. Ihre Verwandtschaft zu ausgewachsenen und damit dann erst geschlechtsreifen Individuen erscheint daher in ihrer Jugend kaum erkennbar.

Weiterlesen

Vogelkunde - Plagen mit biblischen Ausmaßen - der Blutschnabelweber

Vogelkunde - Plagen mit biblischen Ausmaßen - der Blutschnabelweber

Bevor ein deutscher Landwirt eine neue Zuchtsorte einer Getreide-, Ölfruchtoder Leguminosenart, die man zunächst als Stamm bezeichnet, anbauen darf, sind dieser Nutzung mehrjährig amtliche Leistungsprüfungen vorgeschaltet, die erst dann zu einer endgültigen Zulassung des neuen Züchterproduktes führen ( oder auch nicht ) - vergleichbar mit einem Patent. Diese Freilandprüfungen auf sogenannten Versuchsfeldern sollten folgerichtig einer Umwelt ausgesetzt sein, über die auch der spätere Anbauer verfügt. Um eine Vergleichbarkeit der nebeneinander stehenden, zu prüfenden Stämme verschiedener Herkünfte mit ihren unterschiedlichen, genetischen Eigenschaften zu erreichen, müssen der Korrektheit wegen alle Prüflinge die gleichen Wachstumschancen erhalten, um zu einer von Zufällen unbeeinträchtigten Beerntung zu gelangen.

Weiterlesen