Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Bleiben die Störche noch nach Bartholomä .......

Vogelkunde - Bleiben die Störche noch nach Bartholomä .......

so kommt ein Winter, der tut nicht weh - so sagt der katholische Volksmund, der am 24. August das Fest eines der zwölf Apostel, des heiligen Batholomäus, feiert. Vielleicht achten wir einmal in diesem Herbst auf die Richtigkeit dieser Bauernregel.

Unsere Welt ist voll von Geschichten und vor allen Dingen voller Mythen um den Weißen Storch. In Europa bringt dieser gut erforschte Stelzvogel den Menschen Glück und Nachwuchs. In China gilt er als Symbol für Langlebigkeit. Auch die Muslime ehren den schwaz-weiß-roten Vogel, da in der arabischen Welt der Volksglaube herrscht(e), dass jeder Storch die Seele eines verstorbenen Menschen verkörpert, der es in seinem Leben nicht schaffte, nach Mekka zu pilgern.

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Vogelkunde - Raubmöwen - Piraten der Meere

Vogelkunde - Raubmöwen - Piraten der Meere

Unsere Spaziergänge führen uns bei sommerlichen Temperaturen gerne an die Küsten Schleswig-Holsteins, die vogelkundlich von vielen Möwen sehr unterschiedlicher Art und Ausfärbung bevölkert sind. Der lauschende Beobachter als Autor dieser Zeilen hört dann hin und wieder unter den "Luftschnappern" Gespräche, die sich warnend zu den dunkel gefärbten Großmöwen äußern, etwa mit dem Rat, auf eine Annäherung zu verzichten, da diese doch Raubmöwen seien.

Ornithologisch möchte man dann gerne zu einer Klärung beitragen, die darauf hinauslaufen würde, dass es sich um diese Vögel genauso auch um Silber-, Herings- oder Mantelmöwen handeln würde, nur dass diese Großmöwen in den ersten vier Jugendjahren ein sich langsam ins endgültige Pracht- und Alterskleid mauserndes bräunliches, stets heller werdendes Federkleid tragen. Ihre Verwandtschaft zu ausgewachsenen und damit dann erst geschlechtsreifen Individuen erscheint daher in ihrer Jugend kaum erkennbar.

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Juli 2017: Bericht über das Brutgeschehen auf der Möweninsel im Sibbersdorfer See

Juli 2017: Bericht über das Brutgeschehen auf der Möweninsel im Sibbersdorfer See

Im Jahre 1994 übernahm die Vogelschutzgruppe Eutin-Bad Malente e.V. ( VSG ) im Auftrage der Stadt Eutin die Betreuung der "Möweninsel im Sibbersdorfer See", die nach einer Kreisverordnung vom 23. Januar 1991 als "Geschützter Landschaftsbestandteil" zu einem Schutzgegenstand erklärt wurde. Diese Unterschutzstellung soll der "Erhaltung und planvollen Entwicklung dieser Insel als bedeutender Brutplatz für Vögel" dienen. Im Schutzzweck ist ausdrücklich erwähnt, dass "der Brutbestand der Lachmöwe" zu vergrößern sei.

Wer sich von den Sibbersdorfer Bürgern an die Mengen früher brütenden Lachmöwen und die Eier sammelnden Berechtigten an die lukrative Menge erinnern kann, ist mit dem heutigen Blick auf das Eiland enttäuscht. Es war dem betreuenden Verein nicht möglich, gegen den Trend einer allgemein zu beobachtenden Abwanderung der Lachmöwe aus binnenländischen Brutkolonien an die Küsten Schleswig-Holsteins Einfluss zu nehmen. Aus der starken Lachmöwenkolonie wurde eine interessante, gemischte Wasservogelheimat.

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Vogelkunde - Plagen mit biblischen Ausmaßen - der Blutschnabelweber

Vogelkunde - Plagen mit biblischen Ausmaßen - der Blutschnabelweber

Bevor ein deutscher Landwirt eine neue Zuchtsorte einer Getreide-, Ölfruchtoder Leguminosenart, die man zunächst als Stamm bezeichnet, anbauen darf, sind dieser Nutzung mehrjährig amtliche Leistungsprüfungen vorgeschaltet, die erst dann zu einer endgültigen Zulassung des neuen Züchterproduktes führen ( oder auch nicht ) - vergleichbar mit einem Patent. Diese Freilandprüfungen auf sogenannten Versuchsfeldern sollten folgerichtig einer Umwelt ausgesetzt sein, über die auch der spätere Anbauer verfügt. Um eine Vergleichbarkeit der nebeneinander stehenden, zu prüfenden Stämme verschiedener Herkünfte mit ihren unterschiedlichen, genetischen Eigenschaften zu erreichen, müssen der Korrektheit wegen alle Prüflinge die gleichen Wachstumschancen erhalten, um zu einer von Zufällen unbeeinträchtigten Beerntung zu gelangen.

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Vogelkunde - Der kardinalsrote Gimpel, der auch Dompfaff heißt

Vogelkunde - Der kardinalsrote Gimpel, der auch Dompfaff heißt

Im deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm steht wörtlich, dass "der Gimpel im Volke als ein minderer Vogel gilt, und er wird unter den Vögeln niederer Klasse aufgeführt - er ist plump und einfältig". So geht es oft im Leben : Da ist man - zumindest als Männchen - farblich prächtig ausgestattet, und schon gibt es dazu abfällige Bemerkungen.

Der ebenfalls gebräuchliche Name Dompfaff bezieht sich auf die leuchtend rote Farbe der Talare der Domprälaten. Der etwas abfällig klingende Wortteil "Pfaff" ist wohl eine Anspielung auf die korpulente Gestalt des Vogels und jener Geistlichen. Die wiederum mussten sich umgekehrt den Spottnamen "Gimpel" gefallen lassen, besonders dann, wenn sie "den Reichen Mäßigung predigten und selbst die Fülle des Lebens mit ihrer Leibesfülle zur Schau trugen".

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