Vogelkunde - Die schwarzen Vögel am Londoner Tower

Vogelkunde - Die schwarzen Vögel am Londoner Tower

Wir haben den Besuch des Towers in London nicht nur in einer guten Erinnerung - eine nicht enden wollende Schlange von Touristen vor der Kasse ! Ja, auch wir trugen natürlich zu der Bildung der Schlange bei; heute sind wir schlauer und empfehlen den Kauf der Eintrittskarte zur Besichtigung der Kronjuwelen per Internet.

Hauptfeldwebel Christopher Skaif erfüllt dort mit mehreren Kameraden einen einmaligen und gleichzeitig den skurilsten Beruf eines englischen Soldaten : Er ist Rabenmeister - "Ravenmaster" - ihrer Majestät der britischen Königin am Lodoner Tower.

Es bildeten sich über die vielen Jahrhunderte Legenden um die Raben - ornithologisch korrekt : Kolkraben, ihres wie "kolk" klingenden Rufes wegen - , die um das imposante und geschichtsträchtige Gebäude gehalten werden. Es handelt sich um mindestens sieben Vögel dieser Art, deren Existenz an diesem Ort - sage und schreibe - für den Erhalt der britischen Monarchie "verantwortlich" gemacht werden können.

Angeblich wird der dortige Verbleib der Vögel bereits seit Jahrhunderten mit dem Erhalt der Krone in Verbindung gebracht - ähnlich wie der Verbleib der Berberaffen auf dem Felsen von Gibraltar. Schriftliche Belege dafür stammen jedoch erst aus der Neuzeit, während überlieferte Legenden natürlich die Notwendigkeit der Existenz der schwarzen Gefiederten festigen, aber erst 1883 entstand ein echter Nachweis ihres dortigen Aufenthaltes. Gesichert beschäftigt sich die englische Vogelschutzorganisation "The Royal Society for the Protection of Birds" erst seit 1895 mit diesem Thema - "die königliche Vereinigung zum Schutze der Vögel" - oberstes Mitglied : Königin Elisabeth II. und eine weitere Dame ist seit Oktober 2013 die RSPB-Präsidentin : Frau Miranda Krestonikoff - by the way ...

Warum die Raben in den Tower kamen, entweder als Haustiere einiger Bewohner oder als dramatische Attraktion für die ausländischen Besucher, ist heute nicht mehr zu klären. Zumindest geben die schwarzen Vögel einem Ort wie dem Tower, der lange Zeit als Gefängnis und sogar der Folter mit anschließender Hinrichtung diente, einen düsteren, geheimnisvollen Touch. Frei lebende Kolkraben galten lange Zeit in England als ausgestorben, und auch heute noch sind weite Teile des Landes von dieser Vogelart unbewohnt. Sie stellt hohe Anforderungen an ihren Brutplatz, der in der Regel sich auf hohen Bäumen, im Gebirge oder an den nordischen Küsten auf unzugänglichen Felsen befindet und viele Jahre hintereinander benutzt werden kann.

Es ist nicht bekannt, dass inn Europa ähnlich urbane Bauten als Brut- oder Schlafplatz von unserem Vogel gewählt werden. Die Tower-Raben sind flügel-gestutzte Vögel, denen es dadurch verwährt ist, weite Strecken zu fliegen. Außerdem sind sie an tägliche Fütterungen gewöhnt, was auch dazu beiträgt, vor Ort auszuharren. Die Beschilderung am Tower weist auf eine tägliche Fleischmenge von 170 Gramm je Tier hin, auch ein Ei soll in Abständen dazu gehören und sicher auch hin und wieder die Erbeutung einer Chipstüte eines unaufmerksamen Besuchers ........ Christopher Skaif ist Mitglied der "Yeoman Warders ihrer Majestät", umgangsprachlich als Beefeater bekannt, und er gehört in seiner auffallenden Uniform der Ordnungstruppe am Tower an.

Foto ( Holger Jürgensen ) : Kolkraben fallen durch ihren mächtigen Schnabel auf

Holger Jürgensen
www.vogelschutzeutin-badmalente.de

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