Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Winter unter südlicher Sonne

Vogelkunde - Winter unter südlicher Sonne

Der lyrische Dichter Eugen Roth ( 1895 - 1976 ) weiß : "Die Wissenschaft, sie ist und bleibt, was einer ab vom anderen schreibt - doch trotzdem ist, ganz unbestritten, sie immer weiter fortgeschritten". Aus seiner Feder soll auch die Erkenntnis stammen : "Standvögel bleiben, wo sie sind, Strichvögel wechseln wie der Wind; Zugvögel ziehen nach Afrika und sind oft in vier Tagen da ..."

Nach allen derzeitig vorliegenden Erkenntnissen des Vogelzuges kann man ein Bild eines typischen Langstreckenziehers mit frühem Wegzugtermin im Herbst ( zum Beispiel Mauersegler, Kuckuck oder Grasmücke ) ins zentrale oder südliche Afrika wie folgt zeichnen :

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Vogelkunde - Von Enten, die auf Bäumen brüten

Vogelkunde - Von Enten, die auf Bäumen brüten

Die im zweiten Brutvogelatlas für Schleswig-Holstein dokumentierte Zunahme an heimischen Brutvögeln der Schellente hängt in erster Linie von der Tätigkeit aktiver Naturschützer ab, die in öffentlichen Bereichen zahlreiche Nistkästen für diese Vogelart aufgehängt haben, ergänzt durch eine unbekannte Anzahl von Nisthilfen auf privatem Gelände. Das landesweite Vorkommen von ungefähr 700 Paaren hat seinen Schwerpunkt auf der ostholsteinischen Seenplatte und besonders im Kreis Plön.

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Vogelkunde - Von deutscher und von exotischer Ornithologie

Vogelkunde - Von deutscher und von exotischer Ornithologie

Mit Aristoteles, der von 384 bis 322 v. Chr. lebte, und mit Kaiser Friedrich II., der um 1260 das vatikanische Manuskript "De arte venandi cum avibus" ( Die Kunst, mit Vögeln zu jagen ) verfassen ließ, wurde erstmalig vogelkundliche Geschichte geschrieben. Die bereits damals am Rande einer Wissenschaft erhobenen Ornithologie hat aber auch unnötige und herbe Rückschläge erlitten. Herausragend negativ hat sich auf diesem Gebiet der Leibarzt des englischen Königs Karl II. hervorgetan, ein Doktor Walter Charleton, der im Jahre 1668 daran ging, alle Vögel systematisch zu ordnen, unverständlicherweise auch solche, die ihm nur aus der Literatur bekannt waren.

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Vogelkunde - Goldammer - eine Diva mit besonderem Gesang

Vogelkunde - Goldammer - eine Diva mit besonderem Gesang

Sie gehören zu den unauslöschbaren Erinnerungen an unbelastete Schulferien auf einem Bauernhof, wenn der Terzianer mit dem Einspänner auf dem von Knicks umsäumten Sandweg zur Koppel fuhr - die sommerlichen Rufe und Gesänge der Goldammer. Bei späteren abendlichen Vogelstimmenkursen lehrte man uns, ihrem Gesang die ähnlich klingenden Worte "wie wie wie wie hab`ich dich lieb" zu geben - wobei das letzte Wort tief und langgezogen beginnt, um dann klangvoll ansteigend zu enden.

Auch den "volksmundlichen" Engländern ist dazu etwas eingefallen : Sie imitieren den Gesang ihres Yellowhammers mit "little bit of bread and no cheese". Etwas derber ist so ein Spruch aus dem Oldenburgischen überliefert, wo man den Goldammergesang mit "ick schiet in`n Buur sien Schün" beschrieb .........

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Vogelkunde - Als die Vögel ihre Zähne verloren......

Vogelkunde - Als die Vögel ihre Zähne verloren......

Chinesische archäologisch arbeitende Forscher behaupten, dass unsere Vögel vor 120 Millionen Jahren ihre Zähne "verloren haben" - selbstverständlich im Rahmen einer unendlich langen Zeit der Evolution - und dass dieser Vorgang mit der Möglichkeit einherging, sich nicht nur mehr von Fleisch und Früchten, sondern auch interessanterweise von Samen und Körnern zu ernähren. Dies alles sei auch nur vor dem Hintergrund des damaligen dramatischen Erdgeschehens zu verstehen - z. B. Meteoriteneinschläge als besonders stark verändernde Eingriffe in alles Leben - so die Wissenschaft.

Der Kropf bei unseren Vögeln bildet eine sack- oder schlauchähnliche Ausdehnung ihrer Speiseröhre, die als Nahrungsspeicher dient. Diese praktische Einrichtung hilft, ein nur in kurzer Zeit reichlich verfügbares Nahrungsangebot zu nutzen sowie Jungvögeln zur Atzung eventuell auch vorgeweichtes Futter verabreichen zu können. Da Vögel Körner nicht im Mund zerkleinern, diese höchstens durch den Schnabel aus Horn gequetscht werden können, wandert die Nahrung über das "Zwischenlager" Kropf dosiert in den Muskelmagen, wo sie mit Hilfe von aufgenommenen Steinchen, dem sogenannten Gritt, zur Aufnahme durch die Därme aufbereitet wird.

Ein Kropf erscheint besonders bei Fischfressern wie dem Graureiher und dem Pelikan sowie Fleischfressern wie bei den Geiern ausgeprägt, und speziell bei allen Körnerfressern.

Bei Tauben kann ein Teil eines Luftsackes im Halsbereich zur Balzzeit aufgeblasen werden - diese Erscheinung nennt man Balzkropf und ist beim erregten Täuber deutlich zu erkennen.

Während der Aufzucht ihrer Jungen produzieren Tauben im Kropf eine "Milch", die aus nährstoffreichen Zellen der Kropfinnenwand besteht, die abgestoßen und als fettiges Sekret sowie an Milch erinnernde breiige Masse an die Jungen verfüttert wird. Bei diesem Vorgang verschwindet der Kopf des Jungvogels praktisch im Hals des Altvogels, was uns immer wieder Gelegenheit gibt, interessante Beobachtungen eines "fürsorglichen Verhaltens" bei der Jungenaufzucht zu machen.

Fotos ( Jürgensen ) : Landeanflug einer Ringeltaube

Holger Jürgensen

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