Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Die diebische Elster

Vogelkunde - Die diebische Elster

Mit einem Trommelwirbel beginnt die Ouvertüre zur Oper "La gazza ladra" - "Die diebische Elster", komponiert von Gioachino Rossini, der von 1792 bis 1868 lebte, und sie wurde 1817 in der Mailänder Scala uraufgeführt. Die abenteuerlichen Handlungen spielen in einem Dorf bei Paris, in dem wegen des Diebstahls eines silbernen Löffels eine junge Dame mit dem Tode bestraft werden soll. Letztendlich findet sich der Corpus delicti aber in einem Elsternnest wieder, und das epische Drama nimmt eine positive Wendung - insgesamt eine tragisch-absurde Sicht über das Leben.

Das Aussehen unserer Elster ist eigentlich allen Menschen gut bekannt - sie gehört übrigens zur Familie der Rabenvögel. Aus dem althochdeutschen "algastra" soll sich "agelster" und dann der heutige Name entwickelt haben. In der germanischen Mythologie gilt sie als Götterbotin, aber auch alternativ als Hexentier und Galgenvogel; im Gegensatz dazu machten andere Völker die Elster zu einem heiligen Tier - so unterschiedlich sind die Menschen in allen Zeiten gewesen. Heute steht sie in Schleswig-Holstein unter "absolutem" Naturschutz - zum Zorne vieler Vogelfreunde.............

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Vogelkunde - Sperlinge als Untermieter in der Nestburg des Storches

Vogelkunde - Sperlinge als Untermieter in der Nestburg des Storches

Weißstörche sowie weitere Stelzvögel und große Greife errichten bekanntlich umfangreiche Nestburgen, sogenannte Horste, die oft nicht nur ihren Erbauern als Kinderstube dienen, sondern auch einigen Kleinvögeln Unterschlupf für die Aufzucht ihrer Brut bieten können.

Neben Bachstelzen, Feldsperlingen und Staren sind vor allem Haussperlinge beispielhaft für solche Untermieter. Sie gelten als ganz typische Kulturfolger, die sich dem Menschen in seinen Siedlungen angeschlossen haben und gewöhnlich in Höhlungen von Gebäuden, zum Beispiel von Mauerlöchern oder unter Dachziegeln nisten.

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Vogelkunde - Eine Heimstätte an der steilen Wand

Vogelkunde - Eine Heimstätte an der steilen Wand

Nur wenige Gebiete auf der Welt haben ein freundliches und artgerechtes Klima, so dass Vögel niemals Schutz suchen müssen. Und diese Geflügelten sind in der Regel auch nicht so wehrhaft, dass sie sich nicht um ein Versteck bemühen müssen, in dem sie vor ihren Feinden geschützt sind und sie ihre Jungen aufziehen können. Deshalb brauchen Vögel – zumindest vorübergehend - eine sie schützende Heimstätte.

Um dieses Heim erstellen zu können, werden sie Töpfer, Weber und Schneider, Flechter oder Maurer. Diese jeweiligen Handwerke werden natürlich nicht nur von einer Vogelgruppe beherrscht. Aber jede Art nutzt gemäß der Möglichkeit ihrer Anatomie und den gegebenen Bedingungen ihrer Umgebung die Techniken, die ihren Bedürfnissen am ehesten entsprechen.

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Vogelkunde - Die Sache mit dem Fliegen

Vogelkunde - Die Sache mit dem Fliegen

Wie die Vögel abzuheben, hinauf in den Himmel, war schon immer ein Traum der Menschen. Doch der Traum scheint nichts zu sein im Vergleich mit der Wirklichkeit, die Welt mit Flügeln zu erleben und die Erde mit anderen Augen zu erleben. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden.........

Für Otto Lilienthal ( 1848 - 1896 ) war der Storchenflug unmittelbar ein Impuls für seine epochalen Flugkonstruktionen. In einem Flyer der damaligen Jahre annoncierte er unter einem entsprechenden Bild "Segelapparate zur Uebung des Kunstfluges - gefertigt von der Maschinenfabrik O. Lilienthal in Berlin S., Köpenickerstraße 113".

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Vogelkunde - Vogelgesänge wechselhaften Ursprungs

Vogelkunde - Vogelgesänge wechselhaften Ursprungs

In der Regel sind es die Männchen, die mit ihrem Gesang das eigene Revier, ihr Territorium, deutlich machen und damit eine Doppelfunktion ausüben. Zum einen wollen sie mit ihren Liedern Weibchen anlocken, zum anderen männliche Rivalen fernhalten. Im Gesang steckt also ein permanentes Wechselspiel von Attraktion und Aggression.

Einer anderen, wesentlich komplizierteren Frage, ob jedes Vogelindividuum jedes Jahr das gleiche Lied singt, ging die amerikanische Biologin Elizabeth Derryberry nach. Bei den viele Jahre untersuchten Gesängen der Nachtigallenhähne ist nach ihren Forschungsergebnissen die Sachlage klar : Ihre individuellen Gesänge verändern sie im Verlaufe ihrer Lebenszeit kaum. Sie lernen also nach dem - in der Regel im ersten Lebensjahr entwickelten Gesang - kaum noch etwas dazu. Bei einer Lebenserwartung im Freiland von bestenfalls sechs bis sieben Jahren ist nach dieser Zeit dieser einmalige Gesang verschwunden.

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