Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Plagen mit biblischen Ausmaßen - der Blutschnabelweber

Vogelkunde - Plagen mit biblischen Ausmaßen - der Blutschnabelweber

Bevor ein deutscher Landwirt eine neue Zuchtsorte einer Getreide-, Ölfruchtoder Leguminosenart, die man zunächst als Stamm bezeichnet, anbauen darf, sind dieser Nutzung mehrjährig amtliche Leistungsprüfungen vorgeschaltet, die erst dann zu einer endgültigen Zulassung des neuen Züchterproduktes führen ( oder auch nicht ) - vergleichbar mit einem Patent. Diese Freilandprüfungen auf sogenannten Versuchsfeldern sollten folgerichtig einer Umwelt ausgesetzt sein, über die auch der spätere Anbauer verfügt. Um eine Vergleichbarkeit der nebeneinander stehenden, zu prüfenden Stämme verschiedener Herkünfte mit ihren unterschiedlichen, genetischen Eigenschaften zu erreichen, müssen der Korrektheit wegen alle Prüflinge die gleichen Wachstumschancen erhalten, um zu einer von Zufällen unbeeinträchtigten Beerntung zu gelangen.

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Vogelkunde - Der kardinalsrote Gimpel, der auch Dompfaff heißt

Vogelkunde - Der kardinalsrote Gimpel, der auch Dompfaff heißt

Im deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm steht wörtlich, dass "der Gimpel im Volke als ein minderer Vogel gilt, und er wird unter den Vögeln niederer Klasse aufgeführt - er ist plump und einfältig". So geht es oft im Leben : Da ist man - zumindest als Männchen - farblich prächtig ausgestattet, und schon gibt es dazu abfällige Bemerkungen.

Der ebenfalls gebräuchliche Name Dompfaff bezieht sich auf die leuchtend rote Farbe der Talare der Domprälaten. Der etwas abfällig klingende Wortteil "Pfaff" ist wohl eine Anspielung auf die korpulente Gestalt des Vogels und jener Geistlichen. Die wiederum mussten sich umgekehrt den Spottnamen "Gimpel" gefallen lassen, besonders dann, wenn sie "den Reichen Mäßigung predigten und selbst die Fülle des Lebens mit ihrer Leibesfülle zur Schau trugen".

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Vogelkunde - Die diebische Elster

Vogelkunde - Die diebische Elster

Mit einem Trommelwirbel beginnt die Ouvertüre zur Oper "La gazza ladra" - "Die diebische Elster", komponiert von Gioachino Rossini, der von 1792 bis 1868 lebte, und sie wurde 1817 in der Mailänder Scala uraufgeführt. Die abenteuerlichen Handlungen spielen in einem Dorf bei Paris, in dem wegen des Diebstahls eines silbernen Löffels eine junge Dame mit dem Tode bestraft werden soll. Letztendlich findet sich der Corpus delicti aber in einem Elsternnest wieder, und das epische Drama nimmt eine positive Wendung - insgesamt eine tragisch-absurde Sicht über das Leben.

Das Aussehen unserer Elster ist eigentlich allen Menschen gut bekannt - sie gehört übrigens zur Familie der Rabenvögel. Aus dem althochdeutschen "algastra" soll sich "agelster" und dann der heutige Name entwickelt haben. In der germanischen Mythologie gilt sie als Götterbotin, aber auch alternativ als Hexentier und Galgenvogel; im Gegensatz dazu machten andere Völker die Elster zu einem heiligen Tier - so unterschiedlich sind die Menschen in allen Zeiten gewesen. Heute steht sie in Schleswig-Holstein unter "absolutem" Naturschutz - zum Zorne vieler Vogelfreunde.............

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Vogelkunde - Sperlinge als Untermieter in der Nestburg des Storches

Vogelkunde - Sperlinge als Untermieter in der Nestburg des Storches

Weißstörche sowie weitere Stelzvögel und große Greife errichten bekanntlich umfangreiche Nestburgen, sogenannte Horste, die oft nicht nur ihren Erbauern als Kinderstube dienen, sondern auch einigen Kleinvögeln Unterschlupf für die Aufzucht ihrer Brut bieten können.

Neben Bachstelzen, Feldsperlingen und Staren sind vor allem Haussperlinge beispielhaft für solche Untermieter. Sie gelten als ganz typische Kulturfolger, die sich dem Menschen in seinen Siedlungen angeschlossen haben und gewöhnlich in Höhlungen von Gebäuden, zum Beispiel von Mauerlöchern oder unter Dachziegeln nisten.

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Vogelkunde - Eine Heimstätte an der steilen Wand

Vogelkunde - Eine Heimstätte an der steilen Wand

Nur wenige Gebiete auf der Welt haben ein freundliches und artgerechtes Klima, so dass Vögel niemals Schutz suchen müssen. Und diese Geflügelten sind in der Regel auch nicht so wehrhaft, dass sie sich nicht um ein Versteck bemühen müssen, in dem sie vor ihren Feinden geschützt sind und sie ihre Jungen aufziehen können. Deshalb brauchen Vögel – zumindest vorübergehend - eine sie schützende Heimstätte.

Um dieses Heim erstellen zu können, werden sie Töpfer, Weber und Schneider, Flechter oder Maurer. Diese jeweiligen Handwerke werden natürlich nicht nur von einer Vogelgruppe beherrscht. Aber jede Art nutzt gemäß der Möglichkeit ihrer Anatomie und den gegebenen Bedingungen ihrer Umgebung die Techniken, die ihren Bedürfnissen am ehesten entsprechen.

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