Seit vielen Jahren erfreut Holger Jürgensen die Leserinnen und Leser des Ostholsteiner Anzeiger mit seiner ornithologischen Kollumne "Vogelkunde AKTUELL". Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen seiner neusten Beiträge über die spannende Welt der Vogelkunde.

Vogelkunde - Flugformationen unserer Vögel bei Tag und in der Nacht

Vogelkunde - Flugformationen unserer Vögel bei Tag und in der Nacht

Bis auf große, oft in Abhängigkeit von der Thermik segelnde Vogelarten wie der Weiß- und Schwarzstorch, die Reiher und eine Mehrzahl der Greifvögel, ziehen die meisten, oft kleineren Zugvögel im Schutze der Nacht nach ihren südlichen Zielen, und sie orientieren sich - nach dem entsprechenden Stand der Forschung - weitgehend am Sternenhimmel, dem Magnetfeld und - über Tag - nach dem Sonnenstand.

Anfang des Jahres 2015 wurde eine englische Studie bekannt, die die Untersuchungen der Flugformationen von Zugvögeln zum Inhalt hatte.

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Vogelkunde - Aufenthalt zwischen Gesetzeslücken

Vogelkunde - Aufenthalt zwischen Gesetzeslücken

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gelten die straußenähnlichen Nandus zunächst unverständlicherweise als heimisch, denn sie sind sogenannte "Neuweltvögel" aus Südamerika. Diese Vogelart wird vom Bundesamt für Naturschutz in der sogenannten "Grauen Liste" geführt.

Was bedeutet das ? Sollte sich diese fremde Vogelart negativ auf den Menschen oder auf unsere sowie auf seine gewählte Umwelt auswirken, könnte er in die "Schwarze Liste" aufgenommen werden, und dann darf in seine Population eingegriffen werden.

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Vogelkunde - Brautwerbung in der Vogelwelt

Vogelkunde - Brautwerbung in der Vogelwelt

Wenn sich unbekannte Vögel treffen, die sich auf der Suche nach einem Partner befinden, müssen sie zunächst feststellen, ob sie auch zu der gleichen Art ihrer Begegnung gehören. Vereinigungen zwischen Angehörigen verschiedener Spezies sind nämlich nur sehr selten, und in der Regel sind diese Hybriden unfruchtbar. Die erste Funktion der Werbung ist also die Artidentifikation. Ornithologen kennen diese typischen Merkmale, denn auch sie benutzen sie, um zwischen eng verwandten Arten anlässlich ihrer Bestimmung diese zu unterscheiden.

So sehen sich Meisen auf den ersten Blick sehr ähnlich, aber die Unterschiede liegen im Detail. Haubenmeisen stellen bei ihrer Werbung ihre Kopffedern auf, Bartmeisen blasen die bartähnlichen schwarzen Flecken an beiden Kopfseiten auf, Blaumeisen besitzen eine gelbe Brust, die sie aufblähen, und die Kohlmeisen tun es ebenso – sie haben zwar auch eine gelbe Brust, jedoch zusätzlich einen senkrechten schwarzen Streifen – genau in der Mitte.

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Vogelkunde - Versteckt in der Gartenhecke – Amselnester

Vogelkunde - Versteckt in der Gartenhecke – Amselnester

Bei aufmerksamer Beobachtung der Futter tragenden Altvögel ist der Standort eines Nestes sehr bald ausfindig zu machen. Die Neugier sollte jedoch immer dort Grenzen finden, wo das Bundesnaturschutzgesetz mit seinem § 44 greift – letztendlich mit der Aufforderung : Hände weg !

Dieses Nest besitzt eine tiefnapfige Becherform – ein am häufigsten zu findender Nesttyp bei vielen Vögeln. Sie wird dadurch erzeugt, dass der Vogel seinen Körper während des Baus in Abständen in die Nestmulde drückt und sich dabei „schrittweise“ in beiden Richtungen um die Achse dreht, bis herausstehendes Material eingeebnet ist. Das Fundament besteht aus Moos, Wurzeln und kleinen Zweigen, die mit der Unterlage zusammengefügt werden, während für die Wände Materialien wie Gräser und feine Wurzeln Verwendung finden. Die gesamte Nestmulde wird mit Lehm oder anderen bindigen Erdsubstraten durchsetzt und schließlich mit weichen Pflanzenfasern ausgepolstert.

Innerhalb einer durchschnittlichen Bauzeit von nur zwei bis fünf Tagen wird das Nest vom Amselweibchen allein fertig gestellt. Das Männchen überwacht indes das Revier und begleitet seine Partnerin bei den Sammelflügen – oder er setzt sich auf den Hausfirst und singt …........

Auch das Gelege, das meist aus vier bis fünf Eiern besteht, wird ausschließlich vom Weibchen bebrütet, während sich das Männchen später an der Fütterung der Jungvögel beteiligt. Bei uns brüten Amseln in der Regel zweimal - manchmal auch zum dritten Mal. Für jede Brut wird ein neues Nest gebaut ! Trotz relativ hoher Verluste der Nachzucht durch menschliche Störungen oder Nesträuber wie Hauskatzen, Rabenvögel oder Eichhörnchen haben sie einen ausreichenden Bruterfolg von zwei bis vier flüggen Jungvögeln je Brutpaar und Jahr.

Die Amsel bewohnt fast alle Lebensräume, die zumindest einen kleinen Anteil an Laubgehölzen aufweist. Ursprünglich jedoch lebte diese Drosselart ausschließlich im Wald mit einem hohen Anteil an Unterholz. Erst um 1850 in Süddeutschland und etwa fünfzig Jahre später auch in Schleswig-Holstein drangen Amseln in die menschlichen Siedlungen vor. Sie bewohnen inzwischen praktisch jeden Garten, Park oder Friedhof.

Es wird vermutet, dass günstige Klimabedingungen mit milden Wintern, reichhaltiger Nahrungsressoursen durch menschliche Fütterungen und der geringe Feinddruck diese Verstädterung auslösten oder begünstigten. Die Amsel erweiterte dadurch nicht nur ihren Lebensraum und vergrößerte ihren Bestand erheblich, sondern veränderte dort auch ihr Verhalten gegenüber dem Menschen. Während sich die „Gartenamsel“ zutraulich zeigt, erweisen sich die „wilden“ Amseln im abgelegenen Wald nach wie vor als scheu und zurückgezogen.

Die Verstädterung von Vogelarten – wie die der Amsel – ist eines der interessantesten Phänomene, die als Reaktion von Tieren auf zivilisationsbedingte Umweltveränderungen zu beobachten sind.

Foto ( Jürgensen ) : Bettelnde Brut der Amsel

Holger Jürgensen

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Vogelkunde - Situation der Vögel nach Tschernobyl und nach Fukushima

Vogelkunde - Situation der Vögel nach Tschernobyl und nach Fukushima

Vor 30 Jahren hielt am 26. April 1986 die Welt den Atem an : Im ukrainischen Tshernobyl explodierte ein Atomreaktor und sorgte danach für ein nunmehr riesiges, menschenleeres Sperrgebiet von 30 km im Umkreis des Havaristen. Und was danach undenkbar erschien, passierte am 11. März 2011 dennoch im japanischen Fukushima, dass auf Grund von katastrophalen Störfällen im Zusammenhang mit einem Seebeben ein gleiches Unglück die Menschheit beunruhigte, was dann zur Einleitung des Verzichtes der deutschen Nutzung des Atomstroms führen sollte.

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