Im Auftrage der Stadt Eutin führen die Mitglieder und Freunde der VSG nicht nur im Frühjahr eines jeden Jahres eine Mähaktion der Vorjahresvegetation durch. Sie stellen auch durch eine sorgfältige Beobachtung des Brutzyklus` einen weitgehend störungsfreien Brutablauf sicher und berichten in regelmäßigen Abständen.

Nicht erfolgreich haben alle Gänsearten auf der Insel gebrütet, da unrechte Hände sämtliche Gelege dieser Vogelarten ungesetzlich entfernt haben. Zwar ist die Entfernung von Gänsegelegen wegen des zahlreichen Graugansvorkommens im Lande nach dem neuen Jagdrecht erlaubt, jedoch nur auf Antrag bei der zuständigen Jagdbehörde und keinesfalls in einem „geschützten Landschaftsbestandteil“ mit dem Schutzzweck „Vogelschutz“ wie der Möweninsel im Sibbersdorfer See. So ein Antrag würde auch keine Aussicht auf Erfolg einer Genehmigung haben. Die VSG hat Anzeige wegen Verstoßes gegen das Jagdrecht erstattet.

Die Schätzungen hin und wieder auffliegender Lach- und Sturmmöwen erreichen 200 Gefiederte, die in 45 Lachmöwen- und 55 Sturmmöwenpaare aufgehen könnten. Die besonders auffallende, ausdrucksstarke Schwarzkopfmöwe - ursprünglich aus dem Bereich des Schwarzen- und Mittelmeeres stammend – ist wie in den Vorjahren auch in 2015 mit ein bis zwei Brutpaaren Gast des Schutzgebietes. In jedem Jahr versuchen Flussseeschwalben Nachwuchs groß zu bekommen. Wegen der schlechten Wasserqualität des Sibbersdorfer Sees ( Algenblüte ) und der dadurch verursachten geringen Chance, kleine Fische für die Jungenaufzucht stoßtauchend zu erreichen, wandern die Altvögel ab bzw. versuchen auf dem Kellersee Beute zu machen.

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Foto ( Jürgensen ) : Das Öffnen der Eischale sowie der Schlüpfvorgang ist wie bei jeder Geburt ein Kräfte zehrender Vorgang

Kritisch sind auf der Insel immer Silber- und wie in diesem Jahr Mantelmöwen, die die Gelege und Jungen anderer Vogelarten nachstellen können – auch ein Schutzgebiet ist keine „heile Welt“. Die zahlenmäßige Vermehrung der Entenarten auf dem geschützten Eiland ist nur durch sehr intensive und störungsbedingte Kontrollen festzustellen, die die VSG ablehnt. In der Regel kann man ihre reproduktive Häufigkeit durch eine Zählung der nicht brütenden Entenmännchen ( Erpel ) festmachen. So schätzte die VSG bei der Stock-, Schnatter-, Tafel- und Reiherente insgesamt 20 Erpel. Der Höckerschwan hat im vergangenen Brutjahr schlechte Erfahrungen mit dem Brutplatz auf der Möweninsel gemacht, indem er mindestens einen seiner Jungvogel durch den Seeadler verloren hatte und daher in 2015 nicht wiederkehrte.

Der besondere Naturschutzwert der Möweninsel im Sibbersdorfer See liegt auch im Bruterfolg einiger binnenländischer geflügelter Watvogelarten. Dazu gehören in diesem Jahr wieder zwei Brutpaare des Kiebitz sowie ein Brutpaar des Austernfischers. Der Flussregenpfeifer und der Flussuferläufer haben wegen der Störung durch das Ausheben der Gänsegelege die Insel wieder verlassen.

Foto Blogtitel ( Jürgensen ) : Eines der sieben entfernten Gänsenester