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Obwohl die Insel in den letzten Wochen nachweislich erneut ungebetenen Besuch aufwies, weil das zur Kontrolle möglicher erneuter Eierdiebe aufgestellte Aufzeichnungsgerät in seiner Ausrichtung gewaltsam verstellt und seine Kabelanschlüsse bearbeitet wurden, ist dennoch von einem ruhigen Brutgeschäft zu berichten. Neben Grau- und Kanadagans haben auf dem Eiland ein Paar Nilgänse ihre Brut begonnen sowie ein Paar Weißwangengänse ( leider nur ) einen Jungvogel groß bekommen.

Die kriminellen Störungen des Brutablaufes auf dem "geschützten Landschaftsteil Möweninsel im Sibbersdorfer See" haben der Nachzucht eines Paares des Austernfischers nicht geschadet. Die zunächst sich ansiedelnden Flussseeschwalben sind weitergezogen, da die Euthrophierung des See eine Sichtjagd nach Kleinfischen seit Jahren nicht zulässt. Erst sehr spät im Jahr hat sich der Höckerschwan entschlossen, `mal wieder auf der Insel zu brüten. Unter den Entenarten zählten die Mitglieder der VSG die Arten Stock-, Tafel-, Schnatter- und Reiherente.

Die VSG betreut die Sibbersdorfer Möweninsel seit 1994 im Auftrage der Stadt Eutin. Durch die Veränderung der Brutvogelwelt und sicher auch des Eingriffes der unterschiedlichen Mähaktionen hat die Insel ein stets wechselndes Aussehen der Vegetation erhalten. Die starke Fraßtätigkeit der Gänse, die "Gewaltaktion" vor einigen Jahren gegen die Entstehung eines Birkenwaldes auf dem Eiland sowie die derzeitige manuelle Verhinderung einer Verbuschung durch die Brombeere zeigt Auswirkungen.

Holger Jürgensen

Fotos (D. Schümann): Stockente schaut aus einer Bruthilfe, Gelege eines Sturmmöwenpaares