Am 30. April, einen Tag nach unserem Kontrollgang auf der Möweninsel im Sibbersdorfer See, führte Herr Holger Jürgensen eine aussagekräftige Spektivbeobachtung des Vogellebens von der Badestelle ( schwimmende Ringelnatter ) bzw. vom Grundstück unseres Mitgliedes, Frau Annegret Nugent, aus durch.

Zahlenangaben sind dabei immer problematisch, da sich viele Tiere außerhalb der Insel auf Nahrungssuche befinden. Frau Nugent : Abends ist die Insel weiß von Vogelleibern. Bei wolkig-sonnigem Wetter herrschten heute Temperaturen um 19 `C, was viele Lachund Sturmmöwen veranlasste, über dem See Insekten zu jagen. Viele Paare kopulierten, und es wurde Nistmaterial zusammengetragen. Mit großer Geduld wurde eine Schwarzkopfmöwe unter den ca. 75 Paaren Lachund ca. 75 Paaren Sturmmöwen entdeckt, die offenbar wie im Vorjahr mit einer Lachmöwe „anbändelte“, die aber wiederum sie verjagte. ( Es gibt nachweislich Bruten zwischen beiden Vogelarten, auf dem Graswarder / Heiligenhafen auch zwischen Schwarzkopf- und Sturmmöwe ).

Die ersten ca. 10 Flussseeschwalben und eine typische Übergabe eines Fischchens an den Partner wurde beobachtet. Silbermöwen konnten auf und über der Insel nicht ( mehr ) festgestellt werden. Mit Sicherheit brüte(te)n 2 Paare Kiebitze, 1 Paar Austernfischer und 1 Paar Flussuferläufer (!) auf dem Eiland. Zahlreiche Nichtbrüter und Pulli führende Grau- und Kanadagänse haben die Insel bereits verlassen und teilen sich das Grünland am See. Das Paar Nilgans hat erfolgreich 6 Junge erbrütet und hielt sich z.Z. auf den Fissauer Wiesen auf. Spektakulär war die lautstarke Flugbalz zweier immaturer Seeadler über dem Sibbersdorfer See, und als ein Adler ca. 25 m über der Kolonie niederzugehen schien, stoben alle Inselbewohner panisch auseinander.

Frau Nugent wurde von Jürgensen auf die Adler aufmerksam gemacht, da ihre Ziegen und Schafe gelammt hatten, die in der Vergangenheit der Adler sich geholt hatte. Auf der Insel war am Vortag eine geschlagene Graugans aufgefallen, die wir unverständlicherweise nicht geräumt hatten und diese möglicherweise eine Anziehungskraft auf den Greif ausübt, was zu weiteren Störungen führen würde. Ein Paar Kolkraben, von Rabenkrähen „belästigt“, könnten auch nicht abgeneigt sein, das Aas zu „vernaschen“ und damit Unruhe in die Kolonie bringen.

Holger Jürgensen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen